Fake-Ärztin startet neues Abenteuer – mit dubiosen Awards
Eine falsche Schönheitsärztin wagt einen Neustart – diesmal als Coach. Erneut geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine falsche Ärztin wurde wegen Betrugs verurteilt.
- Jetzt arbeitet sie als Coach.
- Auf ihrer Webseite wurden gefälschte Medienberichte veröffentlicht.
- Eine Expertin warnt vor unseriösen Angeboten im Coaching-Bereich.
Eine Litauerin führte jahrelang illegale Schönheitsbehandlungen durch – als selbsternannte «Doktorin der Ästhetik».
Zwischen 2021 und 2023 spritzte sie Botox und Hyaluron. Das sind Behandlungen, die in der Schweiz nur Ärztinnen und Ärzten erlaubt sind.
Falsche Urkunden von Ösi-Schule
Ihre Kundschaft täuschte sie mit gefälschten Diplomen einer österreichischen Hochschule. Die Eingriffe fanden im Aargau sowie im Zürcher Limmattal statt – bis der Beauty-Bschiss schliesslich aufflog.
Das Bezirksgericht Brugg verurteilte die Litauerin im Dezember 2025 unter anderem wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu zweieinhalb Jahren Freiheitsstrafe. Ausserdem musste sie eine Geldstrafe zahlen.
Schon wieder unseriöse Angebote?
Nun berichtet «CH Media»: Die Frau ist mittlerweile als «Life & Neuro Coach» in einem anderen Geschäftsfeld tätig – mit neuen Zertifikaten.
«Sie vereint neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit emotionaler Intelligenz, Körperarbeit und intuitivem Feingefühl», heisst es auf ihrer Website.

Das Problem: Im Coaching-Bereich gibt es viele dubiose Angebote. Psychologin und Business-Coachin Noora Al-Rubai vom Berufsverband Swiss Society for Coaching Psychology warnt gegenüber «CH Media» vor unseriösen Angeboten.
2300 Stutz für Beratung
Der Coaching-Markt sei anfällig für Täuschung, da die Berufsbezeichnung nicht geschützt sei. Wichtig seien transparente Ausbildungen, realistische Versprechen und klare Abgrenzungen zur Psychotherapie.
Auch Preise könnten ein Warnsignal sein: Üblich seien 180 bis 300 Franken pro Stunde. Die Coachin verlangt für ein Zehner-Paket rund 2300 Franken.
Immer mehr Fälschungen
Besonders dreist: Auf ihrer Website schmückt sich die Frau mit gefälschten Medienberichten. So ist die Fake-Ärztin etwa auf der Titelseite des renommierten «Forbes-Magazin» abgebildet.
Auch das Cover auf der Titelseite des Modemagazins «Elle» ist offensichtlich gefälscht. Die verlinkten Seiten entpuppen sich als Kopien, teils existieren die genannten Publikationen gar nicht.
Dubiose Auszeichnungen
Wie es weiter heisst, nahm die Frau für ihre Arbeit als «Coach» bereits mehrere Preise entgegen. So gewann sie etwa die Auszeichnung als «Best Life & Neuro Coach of the Year».
Hinter den Preisen steckt «evergreenawards.com» – eine Plattform, die massenhaft Awards vergibt. Wer dahintersteckt, ist nicht angegeben.








