EU

    EU-Kommission: Von der Leyen bekommt zweite Amtszeit als Präsidentin

    Redaktion
    Redaktion, Keystone-SDA

    Belgien,

    Ursula von der Leyen wird zum zweiten Mal Kommissionspräsidentin der Europäischen Union. Das zeichnet sich am Dienstag kurz vor dem EU-Gipfel ab.

    Von der Leyen
    «Lasst uns nicht das Spiel der Extremisten spielen», sagte Von der Leyen. (Archivbild) - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ursula von der Leyen soll an der Spitze der EU-Kommission bleiben.
    • Darauf einigen sich Staats- und Regierungschefs der grossen Parteienfamilien.

    Staats- und Regierungschefs der grossen europäischen Parteienfamilien haben sich am Dienstag darauf verständigt, Ursula von der Leyen für eine zweite Amtszeit zu nominieren. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus Verhandlungskreisen.

    Die 65-jährige CDU-Politikerin ist bereits seit 1. Dezember 2019 Kommissionspräsidentin der Europäischen Union.

    Macht Ursula von der Leyen aus deiner Sicht einen guten Job?

    Die Einigung sieht zudem vor, dass die liberale estnische Regierungschefin Kaja Kallas den Posten der EU-Aussenbeauftragten bekommt. Zum Präsidenten des Gremiums der Staats- und Regierungschefs soll für zunächst zweieinhalb Jahre der frühere portugiesische Regierungschef António Costa gewählt werden. In dieser Position wäre der Sozialdemokrat dann dafür zuständig, die EU-Gipfel vorzubereiten und die Arbeitssitzungen zu leiten.

    Wenn Costa den Job gut macht, soll er nach gängiger Praxis auch noch eine zweite Amtszeit bekommen können. Der Kommissionsvorsitz und der Posten des EU-Aussenbeauftragten werden für eine EU-Legislaturperiode, also für etwa fünf Jahre, vergeben. Aus von der Leyens Parteienfamilie EVP hiess es am Nachmittag, bei den Verhandlungen hätten auch inhaltliche Fragen eine Rolle gespielt. So sei vereinbart worden, den Kampf gegen illegale Migration weiter zu stärken.

    Kanzler Scholz im Verhandlungsteam

    Grundlage der Einigung, die noch beim EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag formalisiert werden muss, ist das Ergebnis der Europawahl vor etwas mehr als zwei Wochen. Bei ihr erzielte das Mitte-Rechts-Bündnis EVP mit der CDU-Politikerin Ursula von der Leyen als Spitzenkandidatin das mit Abstand beste Ergebnis. Auf Platz zwei landete die europäische Parteienfamilie der Sozialdemokraten (S&D) und auf Platz drei die der Liberalen (Renew).

    Für die EVP verhandelten federführend der polnische Ministerpräsident Donald Tusk und der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis, für die Sozialdemokraten Bundeskanzler Olaf Scholz und der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Liberalen setzen auf Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und den scheidenden niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte als Verhandlungsführer.

    Von der Leyen soll am Tisch der Mächtigen bleiben

    Die Präsidentschaft der EU-Kommission gilt als die mit Abstand wichtigste Position, die nach der Europawahl neu zu besetzen ist. Dem Amtsinhaber beziehungsweise der Amtsinhaberin sind rund 32 000 Mitarbeiter unterstellt, die unter anderem Vorschläge für neue EU-Gesetze machen und die Wahrung der Europäischen Verträge überwachen. Zudem sitzt die Kommissionspräsidentin bei fast allen grossen internationalen Gipfeltreffen wie G7 oder G20 als EU-Repräsentantin mit am Tisch.

    Das US-Magazin «Forbes» kürte von der Leyen deswegen erst jüngst wieder zur «mächtigsten Frau der Welt». Die frühere Bundesministerin für Verteidigung (2013-2019), Arbeit und Soziales (2009-2013) sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2005-2009) war nach der Europawahl 2019 ins Amt gekommen, nachdem sich die Staats- und Regierungschefs damals nicht auf den damaligen EVP-Spitzenkandidaten Manfred Weber (CSU) einigen konnten.

    Europaparlament bleibt als Hürde

    Nach der zu erwartenden Nominierung von der Leyen beim EU-Gipfel muss sie noch von einer Mehrheit im Europäischen Parlament gewählt werden. Dafür wird die Deutsche in den kommenden Wochen bei Abgeordneten für Unterstützung werben müssen. Die Abstimmung wird frühestens in der dritten Juli-Woche angesetzt und gilt als höchste Hürde auf dem Weg zu einer zweiten Amtszeit. Grund ist, dass in geheimer Abstimmung gewählt wird und von der Leyen im Parlament vergleichsweise viele Kritiker hat. So bekam sie bei ihrer Wahl 2019 nur neun Stimmen mehr als notwendig.

    Von der Leyen hatte bereits direkt nach der Europawahl angekündigt, eine Fortsetzung der bisherigen informellen Zusammenarbeit mit Sozialdemokraten und Liberalen anstreben zu wollen. Dieses Dreier-Bündnis hätte im Parlament eine komfortable Mehrheit von etwa 400 der 720 Stimmen.

    Kommentare

    User #5892 (nicht angemeldet)

    Eine Schande für die EU. Hier werden Pöstchen undemokratisch nach Gesinnung verteilt.

    User #2114 (nicht angemeldet)

    Der gleiche Verein wie die Fifa!

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