Weil eine Berner Beiz ihren Auftritt abbrach, wurde die Band «Lauwarm» über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Das hat auch Vorteile.
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Die Band «Lauwarm» musste ihr Konzert in der Brasserie Lorraine abbrechen. - instagram/lauwarm_music
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wegen «kultureller Aneignung» wurde ein Reggae-Konzert in Bern abgebrochen.
  • In der Brasserie Lorraine hätten sich Zuschauer am Auftritt gestört.
  • Dies, weil die hellhäutige Band Dreadlocks trägt und Reggae spielt.

Seit zwei Tagen kennt die ganze Schweiz die Berner Band «Lauwarm». Denn: Eine Beiz brach das Reggae-Konzert der weissen Gruppe ab, nachdem ihnen «kulturelle Aneignung» vorgeworfen wurde.

Als Weisse dürften sie nicht Dreadlocks tragen und Reggae singen, hiess es. Nicht nur Fans, auch ein Grossteil der Schweizer versteht die Kritik nicht.

Dürfen weisse Menschen Dreadlocks tragen?

Viel Aufregung um eine bisher kaum bekannte Band – das bringt auch Vorteile. «Mein Telefon klingelt fast ununterbrochen», sagt Bandleader Dominik Plumettaz (27) zu Nau.ch. Nicht nur Journalisten wollen jetzt etwas von ihm. «Wir haben auch schon zwei neue Konzertangebote erhalten», freut er sich.

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Lauwarm-Sänger Dominik Plumettaz. - Instagram

Jetzt sind die Berner in Deutschland gefragt

Der Berner, der brasilianische und angolanische Wurzeln hat, schmunzelt: «PR-technisch ist das Ganze nicht schlecht. Auch wenn wir nun betonen müssen, dass wir weltoffene Künstler sind.» Sogar aus Deutschland kriegt er schon Anfragen. «Manche schreiben, sie wollen uns live erleben. Dabei haben wir noch nie in Deutschland gespielt.»

Kein Wunder: Die Schlagzeile um den Reggae-Eklat in Bern schaffte es in die grössten Tageszeitungen Deutschlands.

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Die deutsche «Bild»-Zeitung berichtet über den Vorfall in der Berner Lorraine.
Focus
Auch beim Nachrichten-Portal «Focus» wird der Konzert-Abbruch thematisiert.
berliner Zeitung
Die Berliner Zeitung teilt ihren Artikel auch auf Social Media.

Von der Musik leben kann und will Plumettaz aber nicht. Auch wegen seiner kleinen Tochter. «Wir haben alle noch andere Jobs, sind Handwerker und arbeiten im Büro. Von der Musik zu leben, wäre schön, ist aber derzeit nicht denkbar.»

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