Ein Dorf unter Schock nach Grossbrand in Thusis
Ein Grossbrand in einem Wohnhaus in Thusis GR hat in der Nacht auf Freitag acht Verletzte gefordert. Fünf Personen galten am Freitagmittag noch als vermisst. Ihre Angehörigen wurden von einem Care Team betreut. Die Gemeinde stellte Unterkünfte für die geretteten Personen bereit.

Ein Haus am Dorfrand von Thusis. Im Erdgeschoss ein Restaurant und in den darüber liegenden drei Stockwerken kleine Studios. Sie werden vorwiegend von Einzelpersonen aus verschiedenen Nationen bewohnt, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden im Gespräch mit Keystone-SDA erklärte. Am Freitag, kurz nach Mitternacht, brach ersten Erkenntnissen zufolge im zweiten Stock ein Feuer aus.
14 Menschen konnten sich retten. Von ihnen verletzten sich acht, zwei sogar schwer. Sie wurden in die Spitäler in Chur, Thusis, Ilanz und Zürich gebracht. Knapp 100 Einsatzkräfte arbeiteten die Nacht durch.
Doch die fünf vermissten Personen beschäftigen am Freitagmorgen am meisten. Ihre Angehörigen warteten vor Ort auf Neuigkeiten. Zahlreiche Schaulustige und viele Medienleute waren ebenfalls auf Platz.
Weil das Treppenhaus beim Brand eingestürzt ist, trugen die Einsatzkräfte das Dach Schicht für Schicht ab, damit die Ermittler hineingehen und nach Spuren suchen können. Würden menschliche Überreste gefunden, müssten zunächst DNA-Proben genommen und anschliessend abgeglichen werden. Die Ermittlungen könnten sich also noch Tage hinziehen, so die Polizeisprecherin vor Ort weiter.
Während am Freitagvormittag noch die letzten Löscharbeiten im Gange waren, begannen die Einsatzkräfte bereits mit der Sicherung des Gebäudes. Bis die Ursache abschliessend geklärt ist und Klarheit über den Verbleib der Vermissten herrscht, wird das Gebäude bewacht, so die Sprecherin weiter. Von den knapp 100 Einsatzkräfte arbeitete bereits nur noch ein kleiner Teil.
Inzwischen machten sich auch Vertreter des kantonalen Amts für Natur und Umwelt sowie ein Fischereiaufseher ein Bild vor Ort. Das betroffene Gebäude liegt in der Nähe eines Flusses. Das Löschwasser gelangte laut der Sprecherin dort hinein. Die Behördenvertreter hätten nun eine Bestandsaufnahme gemacht und werden zu einem späteren Zeitpunkt nochmals Messungen durchführen.
Bereits vor zehn Jahren brannte es in diesem Quartier. Auch damals war das jetzt ausgebrannte Gebäude betroffen, allerdings nur im hinteren Teil. Im Unterschied zu heute kamen damals jedoch keine Personen zu Schaden, betonte die Polizeisprecherin.
Was am Freitag zum Brand geführt hat, war am Tag danach noch unklar. Ein Zusammenhang zu den Gewittern in der Nacht zuvor schien jedoch unwahrscheinlich.






