Duo lockt homosexuelle Männer zu Treffen und raubt sie aus
Zusammen mit einem brasilianischen Komplizen hat ein junger Schweizer über eine Datingplattform homosexuelle Männer getroffen, geschlagen und ausgeraubt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schweizer und ein Brasilianer haben mehrere Homosexuelle geschlagen und ausgeraubt.
- Die Opfer lernten sie auf einer Datingplattform kennen.
- Die Staatsanwaltschaft fordert für beide Angeklagten mehr als zehn Jahre Gefängnis.
- Die Angeklagten beschuldigen sich gegenseitig.
- Das Urteil wird in einigen Wochen erwartet.
Den zwei Angeklagten drohen mehr als zehn Jahre Gefängnis: «Wir wollten zu Geld kommen, ohne etwas machen zu müssen», sagte der 29-jährige Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Bülach.
Der Schweizer habe von seinem brasilianischen Komplizen von der Datingplattform Romeo erfahren und sich ein Profil eingerichtet. Anschliessend habe er jene homosexuellen Männer getroffen, die ihm Geld geboten hätten.
Drogenprobleme
Vorher habe er sich mit dem Brasilianer im Wald verabredet. Dieser habe die Männer dort mit einer Softair-Pistole bedroht und geschlagen.
«Bereits nach dem ersten Date habe ich ihm gesagt, dass ich nicht einverstanden bin, dass er die Männer schlägt und tritt», sagte der Beschuldigte. Es tue ihm leid, was er gemacht habe. Heute würde er das nicht mehr tun.
Die Beute habe er jeweils für Essen und Drogen ausgegeben, wie der «Tagesanzeiger» berichtet. Der Angeklagte bestritt allerdings den Vorwurf, Verträge gefälscht zu haben. Er sei auf seine Mittäter reingefallen.
Langjährige Haftstrafen?
Wegen mehrfachen bandenmässigen Raubes und der strafbaren Vorbereitungshandlung zu Raub beantragt die Staatsanwaltschaft für den Schweizer eine Freiheitsstrafe von 11,5 Jahren. Und eine Busse von 1000 Franken.
Neben dem Schweizer muss sich am Mittwoch auch sein brasilianischer Komplize vor dem Bezirksgericht Bülach verantworten.
Gegenseitige Schuldzuweisungen
Der Angeklagte äusserte sich nicht zu den Vorwürfen. Sein Verteidiger betonte dem «Tagesanzeiger» zufolge, dass nicht sein Mandant die treibende Kraft gewesen sei. Dieser habe auch keine schwere Gewalt angewendet.
Hauptschuldig sei der Mittäter gewesen, der auch die Idee dazu gehabt habe. Der Brasilianer habe sich zu den Delikten verleiten lassen, weil er durch seinen Drogenkonsum in finanziellen Nöten gewesen sei.
Dem 23-Jährigen droht eine Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren und eine Landesverweisung von 12 Jahren. Das Gericht wird die beiden Urteile in einigen Wochen verkünden.








