«Donnschtig-Jass»: Gegner spannen zusammen!
Der «Donnschtig-Jass» bringt Amriswil und Wuppenau in zwei Wochen an den Jasstisch. In Wuppenau laufen die Vorbereitungen bereits seit über zwei Jahren.

In den vergangenen Tagen hat das Handy von Nicolas Brühwiler deutlich öfter geklingelt, als es sich der Wuppenauer gewohnt ist.
Denn: Es geht in grossen Schritten auf den 6. August zu – das Datum, an dem das Format «Donnschtig-Jass» potenziell auf dem Nollen stattfindet.
Ob die Live-Sendung des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) tatsächlich ihre Zelte in Wuppenau aufschlagen wird, entscheidet sich nur eine Woche zuvor im Qualifikationskampf am 30. Juli im Berner Oberland.
Aufgrund dieser Kurzfristigkeit hat das OK unter der Leitung von Brühwiler den Anlass bereits bis ins letzte Detail durchgeplant.
Jassen findet Anklang
«Die Planungsarbeit ist so weit abgeschlossen, nun geht es ans Operative», sagt Nicolas Brühwiler. Als OK-Präsident des Anlasses und Präsident des Vereins «Donnschtig-Jasser am Nollen» hat er sich zusammen mit den Mitgliedern in den vergangenen zwei Jahren intensiv mit der Vorbereitung des Anlasses beschäftigt.

Die Idee, das SRF-Format in die kleine Thurgauer Gemeinde zu bringen, kam von dem Wuppenauer selbst. In einem Alter von 13 Jahren hatte er in der Formatversion «Samschtig-Jass» des SRF selbst teilgenommen.
«Es war ein Traum, den ‹Donnschtig-Jass› in die Landgemeinde zu holen», so der 39-Jährige. Auch die Gemeinde habe die Idee unterstützt, wodurch das Projekt rasch Fahrt aufnehmen konnte.
Als Träger wurde im Januar 2025 der Verein «Donnschtig-Jasser am Nollen» gegründet. Innerhalb der vergangenen eineinhalb Jahre wuchs der Verein auf über hundert Mitglieder – ein überraschendes Wachstum, wie Nicolas Brühwiler findet.
Verein als Gewinn
«Wir hätten nie gedacht, dass das Interesse am Jassen so gross ist», gibt der Vereinspräsident zu. Umso schöner sei es, dass sich die Mitglieder jeweils am ersten Donnerstag im Monat so zahlreich im Restaurant Nollen treffen.
«Für das OK war von Anfang an klar: Wir wollen keinen Verein auf Zeit, wir wollen etwas Langfristiges schaffen», so der Wuppenauer. Diese Gemeinschaft sei ein Gewinn, der bleibe, egal wie das Jassduell am 30. Juli ausgehe.
Das Ziel sei es natürlich, im Berner Oberland den Sieg nach Hause zu holen – doch gewinnen sei nicht alles. «Die Planung und die Vorbereitung waren eine tolle Zeit. Der Austausch und die enge Zusammenarbeit des OKs und des gesamten Vereins waren die treibende Kraft meiner Motivation», betont der OK-Präsident.
Unterstützung haben die Organisatoren nicht nur aus den eigenen Jass-Reihen, sondern auch von lokalen Vereinen sowie von der Spielgegnerin aus Amriswil erhalten.
Gegner arbeiten zusammen
«Auf den ersten Blick kann man Wuppenau und Amriswil mit David und Goliath vergleichen», beschreibt Nicolas Brühwiler. Trotzdem habe zwischen den beiden Gemeinden in den vergangenen Monaten eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe stattgefunden.
«Es ist eine starke Partnerschaft entstanden. Vor allem in den Bereichen Sponsoring, Gastronomie und Helfer. Die Lebensmittel werden so oder so gebraucht. Für die meisten Helfer kommt es nicht darauf an, ob sie in Wuppenau oder Amriswil anpacken.»
Das Wissen darum, dass sie im Falle einer Niederlage beim Duell den «Donnschtig-Jass» trotzdem miterleben können, sei ein Trost. «Trotz der engen Zusammenarbeit – Unser Wettkampfmodus ist nun aktiviert», betont Brühwiler.
«Dies spüren auch unsere Jasserinnen und Jasser, wobei diese den einmaligen Moment im Berner Oberland vor allem geniessen sollen.»
Public-Viewing und Fanbus
Bei einer Austragung in Wuppenau erwartet das OK bis zu 3500 Zuschauerinnen und Zuschauer auf dem Nollen. Um diese zu stemmen, sind über 300 freiwillige Helferinnen und Helfer notwendig.
«Stand heute fehlen uns noch 50 helfende Hände», so der OK-Präsident. Eine Woche zuvor, am 30. Juli planen Vereine aus Wuppenau auf dem Nollen ein Public Viewing. Der «Donnschtig-Jass» aus dem Berner Oberland wird live übertragen.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Wiler Nachrichten» erschienen.
Das OK organisiert zudem einen Bus, damit Fans das Duell zwischen Wuppenau und Amriswil vor Ort miterleben können.








