Dieser April ist der wohl trockenste der Klimageschichte
Im aktuellen Monat April hat es noch kaum geregnet. Die Folgen davon: regional starke Trockenheit und niedrige Wasserstände in Schweizer Seen und Flüssen.

Das Wichtigste in Kürze
- Aktuell erleben wir einen sehr trockenen Monat, da es bisher noch kaum geregnet hat.
- Auch die Wasserstände von Flüssen und die Bodenfeuchte sind vergleichsweise niedrig.
- Auf Anfrage von Nau.ch spricht Meteo Schweiz von einem der trockensten Aprile überhaupt.
«April, April, der macht, was er will» – oder auch nicht. Das klassische «April-Wetter» blieb dieses Jahr für einmal aus. Kein launisches Wetter oder unerwartete Wetterkapriolen.
Vielen wird aufgefallen sein, dass es im laufenden Monat kaum geregnet hat. Die Folgen davon zeigen sich deutlich: trockene Böden, niedrige Wasserstände und Pflanzen, die sich nach Regen sehnen.
Nau.ch hat bei Meteo Schweiz, beim Bundesamt für Umwelt und beim Bauernverband nachgefragt, welche Auswirkungen die Trockenheit hat.
Es sei nicht aussergewöhnlich, dass in diesem Jahr ausgerechnet der April trocken bleibe, meint Christoph Holstein, Meteorologe von Meteo Schweiz. «Trockenheit kann zu allen Jahreszeiten auftreten», sagt er.
Trockenheit in weiten Teilen der Schweiz
Grundsätzlich müsse man differenzieren zwischen Niederschlagsarmut und Trockenheit, auch wenn die beiden Grössen eng verbunden seien. «Aktuell herrschen in weiten Teilen der Schweiz trockene Bedingungen», so Holstein.
Bei Trockenheit seien auch die Wasserstände der Seen und Flüsse, der Grundwasserstand, die Bodenfeuchte und der Zustand der Vegetation relevant.
Böden im Berner Mittelland extrem trocken
Gemäss Messdaten des Bundes sind die Böden in weiten Teilen der Schweiz trocken bis sehr trocken. Im Berner Mittelland zeigt die Karte für Bodenfeuchte sogar extrem trockene Böden an.
Auch viele Schweizer Flüsse sind gemäss Viola Mauri vom Bundesamt für Umwelt relativ trocken: «Die Flüsse im Mittelland weisen verbreitet ein leichtes bis erhebliches Abflussdefizit auf.»
Im Mittelland würden, vor allem in kleinen und mittleren Gewässern, verbreitet tiefe bis sehr tiefe Abflusswerte beobachtet. Dank der Schneeschmelze ab Mitte Februar und dem nassen Februar seien die Grundwasserstände aber normal bis hoch.
Fehlende Niederschläge verursachen Trockenheit
Für die Trockenheit verantwortlich sind laut Meteorologe Christoph Holstein besonders die fehlenden Niederschläge im April. Diese kamen durch regelmässige blockierte Hochdrucklagen in den vergangenen Wochen zustande.
Das Niederschlagsdefizit im April sei beträchtlich und betreffe alle Landesteile, so Holstein. Im Vergleich zum Durchschnitt von 1991 bis 2020 fielen regional bislang zum Teil weniger als zehn Prozent der üblichen Mengen.
Trockenster Aprilmonat der Klimageschichte?
«Der April 2026 wird daher verbreitet als einer der trockensten Aprilmonate in die Klimageschichte eingehen. Lokal könnte es am Alpennordhang sogar der trockenste April werden», sagt der Meteorologe.
Grosse Regenmengen sind laut Holstein auch in den nächsten Wochen nicht zu erwarten.
Bauern sind auf Regen angewiesen
Dies dürfte Daniel Blättler vom Schweizer Bauernverband beunruhigen: «Damit die gesäten Kulturen gut keimen und wachsen, ist man in den kommenden Wochen auf Regen angewiesen», sagt er.
Momentan würden gewisse Gemüsekulturen bewässert, damit man qualitativ gute Produkte ernten und regionale und saisonale Produkte dem Konsumenten anbieten könne. «Zum aktuellen Zeitpunkt sind keine Ernteausfälle oder Qualitätsverluste zu erwarten.»
Grosse Sorgen müsse man sich gemäss dem Bundesamt für Umwelt jedoch nicht machen. Im Frühling 2022 und 2023 habe es ähnliche Trockenperioden gegeben, so Mauri.













