Diese Schweizer Alben und EPs lassen im März 2026 aufhorchen

Keystone-SDA
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Bern,

Der März bietet mit Nathalie Froehlich, Mary Middlefield und Linda Elys auf der einen Seite und den Comebacks von Lunik und Tatana auf der anderen einen musikalischen Generationen-Clash. Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA hat für den Monat angekündigte Schweizer Alben und EPs ausgewählt und zusammengetragen.

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Die Band Lunik v.l. mit Adrian Amstutz (Gitarre und Keyobard), Luk Zimmermann (Gitarre), Jael Malli (Gesang), Cedric Monnier (Keyboard) und Mats Marti (Schlagzeug). (Archivbild) - keystone

MARY MIDDLEFIELD, «WILL YOU TAKE ME AS I AM?»: Die in Frankfurt geborene und in Lausanne aufgewachsene Indie-Musikerin zeigt sich auf ihrem dritten Album im Vergleich zu den Vorgängern von ihrer rockigeren Seite. «Will You Take Me As I AM?» pendelt zwischen zartem Pop und Indie-Rock. Gefühlsmässig vermittelt die Platte befreiende Sinnesfreude («Summer Affair»), Zerbrechlichkeit («I Love You») und schadenfreudige Leichtigkeit («Wake Up»). Ursprünglich hat Mary Middlefield eine klassische Ausbildung in Violine. Vielleicht deshalb kann sie auch einen orchestralen Song schreiben, der sich ganz gut in einer märchenhaften Disney-Filmszene machen würde («Milk»). Middlefield spielte schon am Montreux Jazz Festival, am Hamburger Reeperbahn Festival oder dem Glastonbury Festival. Trotzdem gilt sie noch als Newcomerin und spielt demnächst am M4Music-Festival in Zürich, wo sich die Schweizer Pop-Nachwuchs der Stunde trifft.

Das Album erscheint am 6. März (Eigenrelease)

NATHALIE FROEHLICH, «ET LA FIN SERA BELLE»: Wie kann das sein, noch kein Album, aber bereits über 200 Konzerte gespielt zu haben, darunter an bedeutenden Festivals wie dem Montreux Jazz, Paléo in Nyon oder dem Gurtenfestival? Die Waadtländer Rapperin Nathalie Froehlich hat den Röstigraben mit ihren Shows, die sich gern mal zu einem kathartischen Rave entwickeln, längst überquert. Jetzt kommt ihr Debütalbum: Harte Beats treffen darauf auf schwindelerregende Flows. Das Debüt «Et la fin sera belle» lässt sich musikalisch grob in zwei Teile gliedern. Während die erste, poppigere Hälfte an die Nullerjahre erinnert mit viel Reggaeton, Dembow-Beats aber auch ein bisschen Baile Funk, geht es nach einem Bruch in die Rave-Musik der 90er-Jahre. Das ist dann auch mal mit dem cineastischem Sound von The Prodigy vergleichbar. Nathalie Froehlichs Musik ist stark geprägt von der Rave-Szene Lausannes, in der sie semilegale Partys mitorganisierte und ihre ersten Auftritte hatte. Auf dem Album «Et la fin sera belle» rappt sie feministische und sozialkritische Texte. Klar wird beim Hören des Albums: Das ist keine Musik zum Busfahren. Sie gehört live erlebt.

Das Album erscheint am 13. März (Cry Baby)

TATANA, «AURUM»: Die DJ und Produzentin Tatana, die gerne als «Trance-Queen» der Schweiz bezeichnet wird, mischte die hiesige Clubszene insbesondere während der Nullerjahre auf, jetzt hat sie ihr Comeback. Eingeleitet wurde dieses bereits Ende Februar mit der Single «Need Somebody», die sie mit dem Zürcher DJ und Produzenten Gil Glaze veröffentlichte und die eigentlich auch als Popsong durchgehen würde. Gil Glaze hat Tatana an einem seiner ersten Konzerte als Teenager live erlebt. Jahre später produzierte er nun den gemeinsamen Song mit. Ende März folgt ihr Album «Aurum», bestückt mit 12 Titeln. Sie liefern sanfte Einstiege, klare Verdichtungen und Aufbauten, tanzbare Beats und ab und an episch-kitschigen Gesang. «Aurum» hat somit nicht nur Club-, sondern auch Radiopotenzial.

Das Album erscheint am 27. März (Muve Recordings)

LINDA ELYS, «BACKYARD BY THE RIVER»: 2025 war für die Folk-Pop-Musikerin, die zuvor in der Castingshow «The Voice of Germany» teilgenommen hatte, ein grosses Jahr; unter anderem gab es einen Swiss Music Award und den Prix Walo als beste Newcomerin. Auf ihrer neuen EP zeigt sich die Schwyzer Singer-Songwriterin Linda Elys grübelnd und melancholisch. Gleich im ersten der fünf Stücke reflektiert sie den plötzlichen Erfolg, und was dieser in ihr auslöste – oder eben nicht. «Backyard by the River» ist eine eher ruhige, reduzierte und natürlich von der akustischen Gitarre geführte Platte, auf der Elys hinterfragt, Ängste ausspricht und Zweifel zeigt.

Die EP erscheint am 27. März (Phonang Records)

LUNIK, «CYCLE BREAKER»: Von 1998 bis 2013 prägten Lunik die Schweizer Musiklandschaft. Ende März startet die Band um Sängerin Jaël Malli, Gitarrist Luk Zimmermann, Bassist und Gitarrist Adrian Amstutz, Keyboarder Cédric Monnier und Schlagzeuger Mats Marti eine Reunion-Tournee. Ihr Comeback-Album «Cycle Breaker» soll offiziell erst später in diesem Jahr erscheinen, für Fans gibt es die Platte jedoch bereits analog auf CD und LP zu holen. Über den Inhalt des Albums hält sich die Kultband noch bedeckt. Erschienen sind bereits die Singleauskopplungen «Young» und «Wasting Gold» – zwei Popsongs mit dem melancholischen Touch, den man von Lunik kennt. Mitte März erscheint ein weiterer Vorgeschmack mit einem düsteren und zeitgeistigen Synth-Pop-Stück.

Das analoge Album erscheint Ende März und kann ausschliesslich über den Webshop der Band und an den Konzerten erworben werden (Vorbestellung auf www.lunik.com). Der digitale Release folgt (Zealand Records).

WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN:

- Mathieu Urfer (Lausanne), «A Tribute to the Spoon in the Bowl of Sugar» (Album erscheint am 13. März / Eigenrelease)

- Kohoba (Bern), «Memories in Plastic» (Album erscheint am 13. März / Eigenrelease)

- Mira Lora (Basel), «The Shadow Needs Light» (Album erscheint am 13. März / Little Sun Waves)

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