Die Schweiz prägt an der Berlinale vor allem das «Panorama»
Dieses Jahr bleibt die Schweiz im Wettbewerb der Berlinale aussen vor. Dennoch setzt hiesiges Filmschaffen Akzente an den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin, die am Donnerstag starten. Etwa mit dem Film «Tristan Forever».

Der Film von Tobias Nölle und Loran Bonnardot hat an der Berlinale (12.-22.02.) seine Weltpremiere. Dieser schwingt zwischen Dokumentarfilm und Fiktion und fragt danach, ob es für jeden Menschen einen für ihn bestimmten Ort gibt. Es geht um einen Arzt, der auf die abgelegene Vulkaninsel Tristan da Cunha im Südpazifik übersiedeln will, die für ihn seit Jahren Zufluchtsort ist. Ob er dort auch wirklich bleiben darf, ist jedoch ungewiss.
In Berlin ist die Schweizer Produktion von Hugofilm Features in der Sektion «Panorama Dokumente» zu sehen. Es sei eine besondere Ehre, den Film bei einem der drei wichtigsten Filmfestivals der Welt zeigen zu können, schrieb Produzent Christof Neracher auf Anfrage von Keystone-SDA. «Für uns ist die Berlinale eine hervorragende Plattform, um dem Film die nötige Sichtbarkeit zu verschaffen und so eine erfolgreiche Auswertung zu ermöglichen.»
Generell sticht das Schweizer Filmschaffen besonders in der Sektion «Panorama» heraus, also in jener, die sich aktuellem Filmschaffen widmet und das Publikum «in seinen Sehgewohnheiten und im Denken herausfordern» will, wie das Festival es beschreibt. Die Filmsektion fühlt dem aktuellen Filmschaffen den Puls. Hier kann das Publikum für seinen Liebling stimmen.
Ob vielleicht Dominik Lochers dritter Langfilm, «Enjoy your Stay», Chancen auf den Publikumspreis hat? Das schweizerisch-französische Drama erzählt die Geschichte einer Philippinerin, die ohne Papiere in der Schweiz lebt, Ferienhäuser im Luxus-Skiresort putzt – und ausgebeutet und unter Zeitdruck alles tut, um das Sorgerecht für ihr Kind behalten zu können.
Schliesslich laufen noch zwei weitere Koproduktionen mit Schweizer Minderheitsbeteiligung im «Panorama» der Berlinale: In «Siri Hustvedt – Dance Around The Self» zeichnet die deutsche Regisseurin Sabine Lidl dokumentarisch den Weg der Autorin zu einer der prägendsten Literatinnen unserer Zeit nach. Die Schriftstellerin und Protagonistin Hustvedt wird als Gast an der Berlinale erwartet.
Das deutsch-schweizerisch-englische Drama von Sophie Heldmann «The Education of Jane Cumming» versetzt ins Jahr 1810. Zwei Lehrerinnen in Edinburgh geraten aufgrund von Gerüchten in einen Skandal; es geht um Vorurteile und den Kampf um die Wahrheit.
Zwar prägt die Schweiz das diesjährige Filmfestival im Wettbewerb nicht so mit, wie das etwa im vergangenen Jahr noch der Fall war. Doch Schweizer Filmschaffen ist zum Beispiel bei den Kurzfilmen präsent. Oder hiesige Filmschaffende wirken in ausländischen Produktionen mit. So spielt etwa die Zürcher Schauspielerin Luna Wedler in der deutschen Romanverfilmung «Allegro Pastell» mit und wird an der Berlinale teilnehmen.






