Desinformation erkennen und die Widerstandskraft stärken
Desinformation verbreitet sich zunehmend. Qualitätsmedien und Medienkompetenz können helfen, Falschmeldungen zu erkennen.

57 Prozent der Befragten betrachten Desinformation als grosses gesellschaftliches Problem. Gleichzeitig begegnet mehr als die Hälfte im Alltag häufig mutmasslichen Falschinformationen.
Besonders oft stossen Menschen auf solche Inhalte in sozialen Netzwerken, auf Videoplattformen und in Messengerdiensten. Auch KI-Chatbots werden zunehmend als mögliche Quelle irreführender Informationen genannt.
Laut «Markt und Kommunikation» zeigt das «Jahrbuch Qualität der Medien 2026», dass 52 Prozent der Befragten häufig Desinformation begegnen. Die repräsentative Onlinebefragung umfasste 1222 Personen aus der Deutschschweiz und der Suisse romande.
Desinformation: Nachrichtenquellen machen einen Unterschied
Doch nicht nur die Verbreitung solcher Inhalte ist entscheidend, sondern auch der Umgang damit. Studien zeigen, dass die genutzten Nachrichtenquellen mit der Anfälligkeit für unbelegte Behauptungen zusammenhängen.
Wer etablierte journalistische Medien nutzt, hält Verschwörungsaussagen seltener für plausibel. Menschen, die kaum Nachrichten konsumieren oder sich hauptsächlich über soziale Netzwerke informieren, sind dagegen anfälliger.
Wie «scinexx» berichtet, blieb dieser Zusammenhang auch bestehen, nachdem die Forschenden weitere Faktoren wie Bildung und politische Orientierung berücksichtigt hatten. Die Befragung beweist allerdings nicht, dass journalistische Medien unmittelbar vor Desinformation schützen.
Medienkompetenz hilft gegen manipulative Behauptungen
Neben verlässlichen Nachrichtenquellen ist auch die Fähigkeit wichtig, manipulative Argumentationsmuster zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise Scheinbelege oder stark vereinfachte Erklärungen komplexer Zusammenhänge.
Viele Befragte überprüfen unsichere Informationen auf Behördenwebsites. Gleichzeitig werden journalistische Faktenchecks zwar als hilfreich angesehen, im Alltag aber weniger häufig genutzt.

Im Interview mit «SRF» betont fög-Co-Direktor Mark Eisenegger die Bedeutung des Qualitätsjournalismus für die Demokratie. Er warnt, dass der Abbau journalistischer Ressourcen eine wichtige Schutzressource gegen Desinformation schwächen könnte.








