Der Thurgau verzeichnet 11 Prozent mehr Straftaten

Die Kriminalität ist im Kanton Thurgau 2025 entgegen dem nationalen Trend gestiegen. Zugenommen haben vor allem Diebstähle, Fahrzeugeinbrüche und die Zahl der Cyberdelikte.

Die Kriminalität nahm im Kanton Thurgau im vergangenen Jahr insgesamt zu. (Symbolbild)
Die Kriminalität nahm im Kanton Thurgau im vergangenen Jahr insgesamt zu. (Symbolbild) - KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Insgesamt registrierte die Thurgauer Kriminalstatistik 15’583 Straftaten nach dem Strafgesetzbuch. Das ist ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie die Kantonspolizei Thurgau am Montag mitteilte.

Trotz des Anstiegs bleibt die Kriminalitätsbelastung im Thurgau laut Mitteilung vergleichsweise niedrig: Mit 52 Straftaten pro 1000 Einwohner liegt der Kanton weiterhin deutlich unter dem Schweizer Durchschnitt von 61,3.

Wie bereits im Vorjahr ereignete sich im Kanton ein vollendetes und drei versuchte Tötungsdelikte. Die Aufklärungsquote über alle Gewaltdelikte sei mit 89,5 Prozent konstant hoch geblieben, schrieb die Polizei. Bei der schweren Gewalt habe die Quote um 10 Prozent auf 98,1 Prozent gesteigert werden können. Das bedeute, dass nur eines von 54 schweren Gewaltdelikten bisher nicht aufgeklärt werden konnte.

Die Zahl der Vergewaltigungen erhöhte sich von 17 auf 23, wobei der Grossteil im privaten Umfeld geschah. Häusliche Gewalt wurde ebenfalls häufiger angezeigt. Die Fälle nahmen um sieben Prozent zu.

Den grössten Anteil am Kriminalitätsanstieg haben jedoch Vermögensdelikte. Mit über 10’000 Fällen überschritt diese Kategorie erstmals seit 2010 wieder diese symbolische Marke. Besonders stark nahmen Diebstähle zu. Einbruchdiebstähle stiegen um 36 Prozent, Fahrzeugeinbruchdiebstähle sogar um 242 Prozent.

Eine weitere Zunahme verzeichnet auch die digitale Kriminalität. Die Zahl der Cyberdelikte kletterte um 13 Prozent auf 1869 Fälle. Besonders stark verbreitet ist Phishing, also das Ausspähen von Zugangsdaten über gefälschte Nachrichten oder Webseiten. Ermittler beobachten zudem, dass Betrüger zunehmend künstliche Intelligenz einsetzen, um täuschend echte Inhalte zu erzeugen – und so das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen.

Kommentare

Weiterlesen

schönbächler
7 Interaktionen
Experte erklärt
x
625 Interaktionen
Iran-Krieg

MEHR AUS THURGAU

Frauenfeld
Frauenfeld
Kantonspolizei Thurgau
Hüttwilen TG