Wohnen in den Bergen wird hierzulande immer attraktiver. Dies wirkt sich auch auf den Preis aus. In Klosters zahlen Auswärtige deutlich mehr fürs Wohnen.
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Wohnen in Klosters GR kommt Einheimische deutlich billiger zu stehen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Klosters GR werden derzeit 26 Eigentumswohnungen gebaut.
  • Einheimische mit Erstwohnsitz in Klosters zahlen nur die Hälfte des Preises.
  • Es entwickelt sich ein genereller Trend für die Abwanderung in die Berge.

Der Morgenkaffee auf dem Balkon, direkt vor den Augen das unglaubliche Bergpanorama. Eine solche Szene ist für immer mehr Schweizerinnen und Schweizer Realität. Das Wohnen in Berggemeinden wird immer attraktiver, während die Städte eine Abwanderung verzeichnen. Doch das Wohnen am Berg ist nicht für jeden attraktiver.

Ähnlicher Standard – doppelter Preis

So gibt es etwa bei neuen Eigentumswohnungen in Klosters GR gewaltige Preisunterschiede. An der Landstrasse 136 entstehen 26 neue Domizile mit Eigentumsstandard. Doch die Preise variieren deutlich. Grund dafür: Die 2012 angenommene Zweitwohnungsinitiative.

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Wer die Skipiste direkt vor der Haustür hat, bezahlt deutlich weniger fürs Wohnen. So etwa in Klosters GR. - Keystone

Die «Sonntagszeitung» verglich dazu zwei fast identische Wohnungen. Beide 4,5-Zimmer-Wohnungen verfügen über einen ähnlichen Ausbaustandard und in etwa dieselbe Grundfläche. Wer seinen Wohnsitz in Klosters hat, der bezahlt für die eigenen vier Wände 1,08 Millionen Franken. Dient die Wohnung allerdings als Zweitwohnsitz, belaufen sich die Kosten auf zwei Millionen Franken.

Die Zweitwohnung hat eine etwas bessere Südlage. Doch ob dies den doppelten Preis rechtfertigt? Maklerin und Bauherrin wollen gegenüber der Zeitung keine Position beziehen.

Bauland für Zweitwohnung dreimal so teuer

Wahrscheinlich ist, dass die Differenz mit der Zweitwohnungsinitiative zusammenhängt. Sie verbietet touristischen Gemeinden neue Zweitwohnungen zu bauen.

Wo wohnen Sie?

Tut die Bergregion dies trotzdem, und überschreitet der Anteil der Zweitwohnungen 20 Prozent, setzt das Verbot ein. Die Folge: Die Preise steigen exponentiell. «Bauland für Zweitwohnungen in Topdestinationen ist etwa dreimal so teuer», sagt Makler Sascha Ginesta gegenüber der «Sonntagszeitung».

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Ein Haus reiht sich in Crans Montana ans nächste.
grindelwald
Nicht nur in Klosters GR ist das Wohnen beliebt: Auch in Grindelwald sammeln sich die Häuser.
Das Zweitwohnungsgesetz entfaltet seine Wirkung. Der Flächenverbrauch von Zweitwohnungen hat in den vergangenen Jahren abgenommen. (Themenbild)
Das Zweitwohnungsgesetz entfaltet seine Wirkung. Der Flächenverbrauch von Zweitwohnungen hat in den vergangenen Jahren abgenommen. (Themenbild)

So verwundert es nicht, dass viele Schweizerinnen und Schweizer ihren Wohnsitz gleich direkt in die Bergregion verlegen. Dies zeigen auch die Zahlen des Bundesamtes für Statistik. Sie belegen den Trend zur Abwanderung aus den Städten hin zu den Bergregionen. So konnten etwa die Surselva oder das Saanenland Zuwachs generieren.

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