Postfinance

    Darum akzeptiert die Post keine Postfinance-Kreditkarte

    Riccardo Schmidlin
    Riccardo Schmidlin

    Bern,

    Wer mit Kreditkarte bezahlen will, muss von der Post vertröstet werden. Sogar die hauseigene Postfinance-Kreditkarte wird nicht akzeptiert. Das sind die Gründe.

    Die Post Postfinance
    Die Post akzeptiert die eigene Postfinance-Kreditkarte nicht. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Post akzeptiert keine Postfinance-Kreditkarten an Schalterkassen.
    • Grund dafür sind regulatorische Auflagen.
    • Auch bei der Bezahl-App Twint gibt es in den Postfilialen Einschränkungen.

    «Das kannst du dir nicht ausdenken: Die Post akzeptiert die Kreditkarte der Postfinance nicht als Zahlungsmittel», staunt der Berner DJ und Politiker (Grüne Freie Liste) Manuel C. Widmer auf X. Inklusive Clown- und Hände-vors-Gesicht-Emojis.

    Stimmt das? Nau.ch hat bei der Post nachgefragt. Diese bestätigt: «Ja, das ist richtig.»

    Sprecher Stefan Dauner erklärt: «Mit Kreditkarten kann man an den Schalterkassen unserer Filialen und Filialen mit Partner nicht bezahlen. Unabhängig davon, ob es sich bei der Herausgeberin einer Kreditkarte um Postfinance oder um eine andere Bank handelt.»

    Gehen Sie häufig zur Post?

    Die Post halte sich dabei an die Auflagen der Schweizerischen Bankiervereinigung und der Finanzmarktaufsicht (Finma).

    Dauner erklärt: «Würden wir Kreditkarten an den Schalterkassen akzeptieren, könnte man damit auch Einzahlungen tätigen. Und dies ist aus regulatorischen Gründen nicht möglich.»

    Die Post muss sich ans Gesetz halten

    Ein Blick in diese Regularien zeigt auf, warum die Post keine Kreditkarten akzeptieren kann. Die Post muss bei einer Einzahlung den Kunden oder die Kundin kennen. Bei einer Kreditkarte ist das nicht der Fall, da dafür ein Kredit aufgenommen wird.

    Sprich: Die Bank als Kreditgeber wird dazwischengeschaltet. Die Post kann die Einzahlung daher nicht auf die Kundin oder den Kunden zurückführen.

    Diese rechtlichen Grundlagen hätten die Verhinderung von Geldwäsche und die Sorgfaltspflicht zum Ziel.

    Einschränkungen auch bei Twint

    Der Gesetzgeber hätte grundsätzlich kein Problem damit, wenn man ein Couvert oder ein Schoggistängeli mit der Kreditkarte kaufen würde. Die Regeln betreffen nur die Einzahlungen. Bei der Bereitstellung der Zahlungsmittel gilt aber «entweder für alles oder nichts».

    Die Post akzeptiert daher neben Bargeld nur die eigene Postfinance-Card, Maestro und V-Pay. Auch die Debitkarten von Mastercard und Visa werden akzeptiert.

    Und auch mit der Bezahl-App Twint kann man am Schalter bezahlen. Doch Einzahlungen sind mit Twint ebenfalls nicht möglich. «Auch hier aufgrund der regulatorischen Auflagen», so Post-Sprecher Stefan Dauner.

    Kommentare

    User #1866 (nicht angemeldet)

    Eine blöde Ausrede von wegen Gesetz. Als könnte am Schalter nicht zwischen Einzahlung und anderen Geschäften unterschieden werden. Es wäre sehr wohl möglich die Kreditkarten für Einzahlungen auszuschliessen und für andere Zahlungen zuzulassen. Der wahre Grund sind die Gebühren!

    User #6273 (nicht angemeldet)

    Ja, genau. Die Begründung hinkt. Meine Neon-Karte, die ja Prepaid ist, akzeptiert die Post auch nicht. Niemand weiss warum. Hier ist die Besitzerin bekannt und eine Verschuldung nicht möglich, da ja Prepaid. Ärgere mich jedesmal bei der Post, dass sie Neon nicht akzeptiert.

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