Letztes Jahr wurden mehr Firmen in der Schweiz Opfer einer Cyberattacke. Die Sicherheitslücke in «Log4J», die viele Unternehmen betraf, spielte eine Rolle.
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Cyberattacke häufen sich derezit in der Schweiz. - sda - KEYSTONE/EPA/SASCHA STEINBACH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Cyberkriminalität in der Schweiz hat stark zugenommen.
  • Es fanden über 65 Prozent mehr Attacken auf Unternehmen statt.
  • Auch die Schwachstelle in «Log4J» war ausschlaggebend dafür.

Die Internetkriminalität hat in der Schweiz im letzten Jahr erneut stark zugenommen. Die Cyberattacke auf Firmen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 65 Prozent zu. Dies laut einer Untersuchung von Fachleuten von Check Point Research (CPR).

Die CPR-Experten stellten laut einer Mitteilung vom Montag fest, dass die Zahl von Angriffen auf Firmennetzwerke stark zugenommen haben. In der Schweiz seien vor allem Firmen aus den Bereichen Gesundheit, Finanzen sowie staatliche Stellen Ziel der Angriffe gewesen.

Die Zahlen von 2021 schossen laut den Angaben vor allem wegen der im Dezember aufgedeckten «Log4J»-Schwachstelle nochmals in die Höhe. Diese betreffe fast jedes System auf der Welt. Die Experten rechnen zudem damit, dass die Zahlen im laufenden Jahr weiter ansteigen werden. Sie arbeiten für die Cybersicherheitsfirma Check Point Software Technologies.

Kürzliche Cyberattacke auf CPH in Preles

Vor dem Wochenende wurde jüngst ein weiteres Opfer einer Cyberattacke bekannt. Die CPH Chemie+Papier-Gruppe hatte in der Nacht auf Freitag am Standort Perlen einen externen Angriff auf die IT-Systeme festgestellt. Das teilte sie am Freitag mit.

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Eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Log4J macht etliche Dienste für eine Cyberattacke angreifbar. (Symbolbild) - Pixabay

Als Folge des Angriffs fuhr CPH ihre IT-Systeme umgehend herunter. Zudem seien rasch die notwendigen Massnahmen zum Schutz der IT-Infrastruktur eingeleitet worden. Wie gross die finanziellen Auswirkungen der Attacke sein werden, lasse sich noch nicht abschätzen. Dies hatte ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP erklärt.

Die Cyberattacke belastet nicht nur die IT-Systeme, sondern auch die Produktionen in Perlen und Müllheim. Dort sei in den Bereichen Papier und Verpackung die Produktion vorsorglich gestoppt worden.

Der Bereich Chemie hätte indes weiter produzieren können, hiess es. In Perlen hatte CPH die Papierproduktion bereits im Oktober gestoppt werden müssen. Damals war allerdings ein Brand der Grund dafür.

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