Angst

    Coronavirus: Schweizer buchen doppelt, um auf Nummer sicher zu gehen

    Raphael Wyder
    Raphael Wyder

    Bern,

    Wie Sommerferien planen, wenn einem das Coronavirus jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen kann? Viele versuchen es mit Mehrfach-Buchungen.

    coronavirus Mallorca
    Bei einer Reise nach Mallorca ist keine Quarantäne mehr nötig. - Pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ferienplanung gestaltet sich in der Corona-Pandemie schwierig.
    • Doppel- und Dreifachbuchungen sind die Folge, erklärt ein Tourismusexperte.
    • Die Stornierungsbedingungen sind wichtiger geworden.

    Wer in den Sommerferien verreisen will, sollte schon Monate im Voraus planen. Das Coronavirus bringt aber zusätzliche Unsicherheiten und Barrieren mit sich.

    Strand Italien Coronavirus
    Eine Drohnenaufnahme eines leeren Strandes in Viareggio (I) Ende Mai 2020. Aufgrund des Coronavirus wurden damals alle Strände im Land geschlossen. - Keystone

    So wird die Suche nach einer geeigneten Ferienunterkunft zu einer Gratwanderung. Im Sommer könnte die Corona-Situation am Ferienort plötzlich eine ganz andere sein. Wodurch man eine mögliche Quarantäne riskiert.

    Dieses Szenario gilt es zu verhindern. Die Impfstrategien der verschiedenen Nationen sollen ihren Teil dazu beitragen. Aber Herr und Frau Schweizer helfen auch selbst nach. So buchen immer mehr Schweizer mehrere Angebote gleichzeitig und entscheiden dann kurzfristig, wo es hingeht.

    Coronavirus
    Viele Schweizer buchen mehrere Ferienwohnungen, um dann eine wieder stornieren zu können. - Keystone

    So wollen sie sich genügend absichern, falls ein Land kurz vor Ferienbeginn doch noch auf der Quarantäneliste landet. «Das führt zu Doppel- und Dreifachbuchungen und entsprechend einer Zunahme der Stornierungen». Dies bestätigt Tourismusexperte Jürg Stettler von der Hochschule Luzern zu Nau.ch.

    Coronavirus ändert Bedeutung von Stornierungsbedingungen

    Möglich machen dieses Vorgehen die veränderten Stornierungsbedingungen. Hotels, Reisebüros oder Anbieter wie Airbnb seien wegen des Coronavirus sozusagen gezwungen gewesen, ihre Stornierungsbedingungen zu ändern. «Heute kann man bei vielen Angeboten kurzfristig stornieren oder umbuchen», sagt Stettler.

    Können Sie sich vorstellen, zwei Unterkünfte gleichzeitig zu buchen und dann eine zu stornieren?

    Stornierungsbedingungen seien sehr wichtig geworden für die Bereitschaft, eine Reise oder Unterkunft zu buchen.

    Jürg Stettler
    Jürg Stettler ist Professor an der Hochschule Luzern. - zvg

    Wer eine kurzfristige Stornierung anbiete, sei im Vorteil, erklärt Stettler. «Wer das nicht anbietet, riskiert, dass diese Angebote gar nicht oder dann nur sehr kurzfristig gebucht werden. Gleichzeitig steigt aber für die Anbieter der Aufwand und die Planbarkeit wird noch anspruchsvoller.»

    Die Stiftung für Konsumentenschutz rät hingegen klar von Mehrfach-Buchungen ab. «Es mag sein, dass bei einem Anbieter Stand heute theoretisch die Möglichkeit besteht, die Reise bis kurz vor Abreisedatum kostenlos zu stornieren. Das muss aber nicht heissen, dass diese Stornobedingungen nicht noch nachträglich einseitig geändert werden», erklärt Cécile Thomi, Leiterin Recht. Allenfalls sitze der Kunde dann auf den Kosten für mehrere Reisen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Fritsche Reisen AG
    81 Interaktionen
    Trotz Impf-Hoffnung
    Coronavirus - Peru Impf-Ausweis
    664 Interaktionen
    Touristiker skeptisch
    Coronavirus
    180 Interaktionen
    Albanien betroffen

    MEHR ANGST

    4 Interaktionen
    Sanaa
    Beni Durrer
    512 Interaktionen
    Auswanderer
    35 Interaktionen
    Winterthur ZH
    Huthi-Kämpfer
    New York

    MEHR AUS STADT BERN

    BSV Bern
    Handball
    Bern
    1 Interaktionen
    Universität Bern
    Kita
    9 Interaktionen
    Zu teuer
    4 Interaktionen
    Nach Internetpranger