Corona-Krise beflügelt den Antisemitismus

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    Bern,

    Wegen der Corona-Pandemie machen sich jüdische Menschen Sorgen um eine Zunahme des Antisemitismus in der Schweiz. Die GRA will dagegen vorgehen.

    Die Zahl antisemitischer Handlungen in der Romandie ist 2018 gestiegen. Immer öfter werden die sozialen Netzwerke für Beleidigungen genutzt. (Symbolbild)
    Die Zahl antisemitischer Handlungen in der Romandie ist 2018 gestiegen. Immer öfter werden die sozialen Netzwerke für Beleidigungen genutzt. (Symbolbild) - sda - Keystone/DPA/FEDERICO GAMBARINI

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wegen der Corona-Krise nimmt der Antisemitismus in der Schweiz zu.
    • Wenn Menschen verunsichert sind, kommen alte Verschwörungstheorien wieder hoch.
    • Die GRA will mit Aufklärung und Dialog dagegen vorgehen.

    Jüdische Menschen in der Schweiz machen sich Sorgen um zunehmenden Antisemitismus während der Corona-Pandemie. Die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) will mit Aufklärung und Dialog dagegen vorgehen.

    Mit den Ängsten vor der Corona-Pandemie nimmt auch in der Schweiz der Antisemitismus wieder zu. Wenn Menschen verunsichert seien, kämen auch uralte Verschwörungstheorien wieder hoch. Dies sagt Dina Wyler, die Geschäftsführerin der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) in Zürich, in einem Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Montag.

    «Der Antisemitismus war nie weg»

    Ein Sündenbock helfe, mit dem Ohnmachtsgefühl umzugehen. «Leider ist dieser Sündenbock oft jüdisch.» Das gehe auf altes, tief verankertes Gedankengut zurück, das in einer Krise zum Vorschein komme. «Der Antisemitismus war nie weg. Aber er war weniger salonfähig». Nun habe sich die Grenze dessen, was man sagen darf, verschoben.

    Auschwitz
    Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. . - AFP/Archiv

    Jüdische Menschen in der Schweiz nähmen den Antisemitismus in der Schweiz als grosses Problem wahr. Der GRA werden vor allem Sachbeschädigungen und beleidigende Äusserungen gemeldet. Physische Gewalt wie in Deutschland sei in der Schweiz jedoch sehr selten, sagt Dina Wyler.

    «Doch mit der Sprache fängt es an», warnt die GRA-Geschäftsführerin. Sie fordert Dialog, Aufklärung und deutliche Reaktionen auf Antisemitismus.

    Auch Politiker sollen Beitrag leisten

    «Als bei Anti-Corona-Kundgebungen in Zürich, Basel und Lachen in den vergangenen Wochen Menschen mit gelbem Judenstern auftraten, hätten die anderen Demonstranten reagieren sollen. Und ihnen klarmachen müssen, dass es zu weit geht, wenn man staatlich orchestrierten Völkermord mit Restaurantschliessungen und dem Maskentragen vergleicht.»

    Auch die Politiker müssten ihren Beitrag leisten und mit gutem Vorbild vorangehen. Die Organisation hat eine Internetseite «Stop Antisemitismus» eingerichtet, die antisemitische Äusserungen beleuchten und zur Aufklärung beitragen soll.

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