Chirurg fälschte bei OPs an Crans-Opfern Dokumente
Wegen eines internen Berichts entdeckte die Leitung des Unispitals Lausanne (CHUV), dass einer seiner Chirurgen medizinische Dokumente gefälscht hatte.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Universitätsspital Lausanne (CHUV) wurde ein Chirurg suspendiert.
- Dieser hatte im Zusammenhang mit Operationen an Crans-Montana-Opfern Dokumente gefälscht.
- Er setzte bei Operationsberichten seinen Namen darunter, bei denen er nicht anwesend war.
Aufgrund einer internen Meldung hat die Leitung des Unispitals Lausanne (CHUV) festgestellt, dass einer ihrer Chirurgen medizinische Unterlagen gefälscht hat. Wie die RTS erfahren hat, wurde dieser leitende Arzt vom Dienst suspendiert und bei der Waadtländer Justiz angezeigt.
Die Vorfälle ereigneten sich in der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie. Dort wurden auch erwachsene Patienten mit schweren Verbrennungen aus Crans-Montana operiert.
Es handelt sich um eine CHUV-Abteilung, die seit der Brandkatastrophe von Crans-Montana rund um die Uhr im Einsatz ist.

In den letzten Monaten hat die Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie des Waadtländer Spitals mehr als 130 Operationen durchgeführt. Dies an etwa zwanzig erwachsenen Patienten mit schweren Verbrennungen. Dabei wurde der Rest ihrer Tätigkeit so gut wie möglich aufrechterhalten.
Ein anstrengender medizinischer Marathon, in dessen Verlauf ein Chirurg administrativ ins Straucheln geriet. Wie RTS erfuhr, hat einer der leitenden Ärzte der Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie Operationsberichte mit seinem Namen unterzeichnet. Dabei war er im Operationssaal nicht anwesend.
Nach dem aktuellen Stand der Recherchen von RTS betrifft die Fälschung offenbar nur den Namen dieses leitenden Chirurgen. Derzeit sei nur eine geringe Anzahl von Operationsprotokollen betroffen. Alle übrigen Informationen in diesen Dokumenten seien korrekt.
«Alle Eingriffe wurden von kompetenten Fachärzten durchgeführt»
Von der RTS befragt, möchte Claire Charmet, Generaldirektorin des CHUV, vor allem den operierten Patienten versichern: «Alle Eingriffe wurden von kompetenten Fachärzten durchgeführt. Die Qualität der Versorgung steht daher nicht in Frage.»
Was den unredlichen leitenden Chirurgen betrifft, bestätigt Claire Charmet: «Aufgrund einer anonymen Meldung haben wir eine diskrete Untersuchung durchgeführt, um den Sachverhalt zu überprüfen. Wir haben tatsächlich festgestellt, dass sich ein Chirurg als Erstoperateur für Eingriffe eingetragen hatte, an denen er nicht teilgenommen hatte.»
Ein Verhalten, das Claire Charmet als «verwerflich gegenüber den Versicherern» bezeichnet. «Da dies bedeuten würde, dass sich die Abrechnung dadurch ändern könnte.» Das sei jedoch nicht geschehen, da das Spital die Abrechnung dieser Fälle blockiert hätte.












