Gleich zwei Lawinen gingen am Stephanstag in der Schweiz nieder. In beiden Fällen wird gegen die Verursacher ermittelt. Die Bündner gehen einen Schritt weiter.
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Sowohl am Piz Nair GR (links), als auch bei Andermatt UR (rechts) ging am Stephanstag eine Lawine nieder. - Rettungskolonne Sektion Bernina / Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • In Andermatt UR wurden sechs Personen von einer Lawine erfasst und allesamt gerettet.
  • Am selben Tag ging am Piz Nair GR eine Lawine nieder – eine Person ist schwer verletzt.
  • In beiden Fällen wird gegen Verursacher ermittelt, im Bündnerland läuft ein Verfahren.

Glück im Unglück: Sechs Personen wurden am Stephanstag von einer Lawine in Andermatt UR erfasst. Allesamt wurden gerettet, nur zwei Personen wurden leicht verletzt.

Weniger Glück hatte ein 36-jähriger Snowboarder am Piz Nair bei St. Moritz GR. Dieser war in einer Vierergruppe unterwegs, von der eine Person eine Lawine auslöste. Der Snowboarder liegt im Spital. «Sein Zustand ist momentan stabil, doch er ist schwer verletzt», schildert die Kantonspolizei Graubünden auf Anfrage.

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Die Lawine am Piz Nair fordert eine schwer verletzte Person. - Rettungskolonne Sektion Bernina

Mit Folgen: Wie die Staatsanwaltschaft Graubünden bestätigt, wurde nun ein Strafverfahren eröffnet. Sprecher Passini Franco erklärt gegenüber Nau.ch, dass «ein Verfahren auf den Ort eröffnet worden» sei.

Das heisst: Man hat noch keinen Hinweis, wer genau die Lawine verursacht hat, «das Verfahren läuft gegen keine bestimmte Person». Noch nicht: «Wenn sich herausstellt, wer die Lawine verursacht hat, wird das Verfahren auf diese Person geleitet.»

Dafür werden nun Hinweise gesammelt. Im Vordergrund steht der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung. Dafür könnte der Lawinen-Verursacher bis zu drei Jahren in den Knast wandern, oder zahlt eine Geldstrafe.

Urner suchen noch nach Hinweisen

Noch kein Verfahren eingeleitet hat die Urner Kantonspolizei, wie Kommandant Reto Pfister auf Anfrage erklärt. Derzeit ermittelt lediglich die Polizei, «die Staatsanwaltschaft ist noch nicht involviert».

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Im Einsatz standen die Alpine Rettung Zentralschweiz, die Rega, der Rettungsdienst Uri, das Care Team Uri und die Kantonspolizei Uri. - Keystone

Im Raum stehen zwei Fragen: «Was hat die Lawine ausgelöst? Und war es richtig, die Piste zu öffnen?» Damit könnte auch der Pistenchef in den Fokus geraten. «Wer für die Freigabe der Piste verantwortlich war, klären wir derzeit ab», so Pfister.

Die Abklärung könnte Wochen dauern. Und somit auch eine allfällige Einleitung eines Strafverfahrens durch die Staatsanwaltschaft Uri.

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Hier wurde nach Lawinen-Verschütteten in Andermatt UR gesucht. - Keystone

Zu den Verletzten kann Pfister Entwarnung geben: «Eine Person konnte das Spital bereits gestern Abend wieder verlassen, die zweite verletzte Person blieb zur Überwachung über Nacht im Spital.»

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