Stadt Basel

Bodenforscher finden Schätze im Rhein unterhalb des Basler Münsters

Keystone-SDA Regional
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Basel,

Während der Sanierung der Ufermauer haben Archäologen in Basel mittelalterliche und römische Funde entdeckt.

Unterwasserroboter
Mit einem Unterwasserroboter werden Mauerteile fotografiert, die unter dem Wasser liegen. - David Roth, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt

Die Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt hat historische Schätze aus dem Rhein unterhalb des Münsters zutage gefördert. Sie begleitet die Sanierungsarbeiten der Ufermauer der Pfalz, wie das Präsidialdepartement am Donnerstag mitteilte.

Beim bedeutendsten Fund handelt es sich um einen spätmittelalterlichen Siegelstempel aus Messing, wie es heisst. Es sei das Siegel des Domkantors (Domsängers) Rudolf Kraft gewesen, der bei der heutigen Augustinergasse 8 gewohnt habe und der zwischen 1296 und 1305 urkundlich belegt sei.

Das Siegel trägt die Aufschrift «ECCE.BASILIEN» und «S. RVDOLFI.CANTORI», was für «Eccelesia Basiliensis» und «Sigillum Rudolfi Cantori» steht, wie es weiter heisst. Ebenfalls darauf zu sehen sei Kraft selbst am Pult stehend. Als Domsänger habe er alle liturgischen Bücher verwaltet und sei für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste im Münster verantwortlich gewesen.

Im Rahmen der Forschung wurden auch römische Münzen gefunden, wie das Präsidialdepartement schreibt. Besonders hervorzuheben sei dabei eine guterhaltene Siliqua (Silbermünze) des Kaisers Gaitan, die zwischen den Jahren 375 und 378 geprägt worden sei.

Historische Funde aus verschiedenen Epochen

Ein jüngerer Fund stammt gemäss Mitteilung aus dem 19. Jahrhundert und ist ein eiserner Pfahlschuh des 1831 errichteten Pfalzbadhüsli. Die Nutzung des ersten Basler Freibbads sei ausschliesslich Männern vorbehalten gewesen und habe der Volksgesundheit und dem Erlernen des Schwimmens gedient.

Über die Jahrhunderte wurden Abfälle, Schutt und Baumaterialien dort im Rhein entsorgt, wie weiter heisst. Zudem seien zahlreiche Objekte bei Einstürzen im Fluss gelandet, so etwa 1346 und 1502. Bereits im Winter 1932/33 seien 580 römische Münzen und mittelalterliche Objekte zum Vorschein gekommen.

Der während der Sanierung der Pfalzmauer entstehende Aushub wird deshalb von den Forschenden systematisch mit Metalldetektoren untersucht, wie es weiter heisst. Dabei kämen je nach Sichtverhältnissen auch Unterwasserkameras und Drohnen zum Einsatz.

Kommentare

User #4461 (nicht angemeldet)

Wenn ihr eine silberne Glocke findet, lasst sie bloss liegen, sonst droht, gemäss der Legende Ungemach (Basel wird wieder katholisch).

User #5170 (nicht angemeldet)

Die Kommentare dieser Zeitgenossen zeigen auf welchem intellektuellen Niveau wir in dieser Welt angekommen sind… einfach nur traurig 😢

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