Die kühlere Witterung im vergangenen Jahr hat zu tieferen Permafrost-Temperaturen in der Schweiz geführt. Die Blockgletscher flossen weniger schnell.
permafrostboden
Der Aletschgletscher ist flächenmässig der grösste und längste Gletscher der Alpen. Auch er kämpft gegen erhöhte Temperaturen beim Permafrostboden. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund der kühleren Witterung lagen die Permafrost-Temperaturen unter dem Mittel.
  • Die Blockgletscher flossen weniger schnell.
  • Allerdings erwärmt sich der Permafrost in der Tiefe weiterhin.

Die Permafrost-Temperaturen an der Oberfläche lagen aufgrund der kühleren Witterung im vergangenen Jahr unter dem langjährigen Mittel. Auch die Blockgletscher flossen weniger schnell, wohingegen sich der Permafrost in der Tiefe weiterhin erwärmt. Das zeigen die Messungen des Schweizer Permafrostmessnetzes Permos des hydrologischen Jahrs 2021 – das kälteste hierzulande seit 2013.

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Der Zinalgletscher in der Schweiz hat in den letzten 60 Jahren bis zu 50 Prozent seines Volumens verloren. (Archivbild) - Keystone

Dies schlug sich auf die Temperaturen der Permafrost-Oberfläche nieder, die vielerorts um etwa ein Grad tiefer als im Vorjahr lagen. Damit befanden sie sich unter dem Mittel der letzten zwanzig Jahre. Auch die Blockgletscher seien um 8,5 Prozent langsamer talwärts geflossen als 2020. Dies teilte die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) am Dienstag mit.

Auftauschicht war so gross wie noch nie

In einigen Bohrlöchern des Permos-Netzwerks registrierten die Glaziologen unterschiedliche Muster. Die sommerliche Auftauschicht war am Schilthorn BE so mächtig wie noch nie. Der Boden unmittelbar oberhalb des Permafrosts taute weniger tief auf als in den Vorjahren.

In der Tiefe hielt der Erwärmungstrend trotz der leichten, oberflächennahen Abkühlung an. Manche Orte verzeichneten gar die höchsten Werte seit Beginn der Messungen. Diese Änderungen widerspiegelten die anhaltend warmen Bedingungen der letzten Jahrzehnte. Denn die Temperaturen in diesen Tiefen würden kaum Jahresschwankungen durchmachen, hiess es in der Mitteilung.

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