Billigmodekette Primark will ersten Shop in Schweiz eröffnen: Abfuhr
Primark erobert Europas Innenstädte. Auch im Shoppingcenter Balexert in Genf wollte sich der Billiganbieter niederlassen. Doch dort ist er nicht willkommen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Billigmodekette Primark wollte im Genfer Einkaufszentrum Centre Balexert Fuss fassen.
- Der Direktor erteilt dem Unternehmen jedoch eine Absage wegen fehlender Qualität.
- Er befürchtet, dass diese Art von Geschäft das Image des Einkaufszentrums schädigt.
Kleider, Schuhe und Make-Up zum Spottpreis: Der irische Billigmodehändler Primark ist bei Schnäppchenjägern äusserst beliebt.
Die Ware wird in Ländern wie China, Bangladesch, Kambodscha oder Sri Lanka hergestellt und von dort aus importiert.
Nun wollte der Shopping-Riese, der sich im Ausland bereits etabliert hat, auch in die Schweiz expandieren. Doch er erhält eine knallharte Abfuhr.
Das grösste Einkaufszentrum der Westschweiz, das Centre Balexert in Genf, winkt ab. Mit einer klaren Begründung: Bei der Qualität hapert es.
Direktor: «Entspricht nicht den Qualitätsstandards»
Im Interview mit «Tribune de Genève» erklärt Direktor Ivan Haralambof, weshalb auf den 55'000 Quadratmetern kein Platz für Primark ist.
Das Problem sei grundsätzlicher Natur: «Diese Art von Geschäften entspricht nicht den Qualitätsstandards von Balexert.» Haralambof fürchtet sich davor, dass der Billighändler dem Image des Einkaufszentrums schädigen könnte.
Man wolle der eigenen Kundschaft «qualitative Geschäfte» bieten, betont der Direktor. Für den Textil-Discounter ist das eine unmissverständliche Abfuhr.
Schlechte Arbeitsbedingungen beim Billighändler
Der Verweis auf mangelnde Qualitätsstandards dürfte allerdings mehr sein als bloss eine Frage der Positionierung.
Denn Primark sah sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Kritik konfrontiert. Insbesondere die katastrophalen Arbeitsbedingungen der Textilindustrie in Bangladesch wurden wiederholt bemängelt.
Aufsehen erregte der Billighändler zudem im Jahr 2014, als die Kundschaft Hilferufe auf den Kleideretiketten entdeckte. Der Hersteller leitete daraufhin interne Untersuchungen ein – und sprach von mutmasslichen Fälschungen.
















