Bieler Fototage rücken Verletzlichkeit ins Zentrum
Vom 9. bis 31. Mai verwandeln die Bieler Fototage die Stadt in einen weitläufigen Ausstellungsparcours. 23 Kunstschaffende und drei Kollektive präsentieren ihre Arbeiten an 14 verschiedenen Orten. Die diesjährige Ausgabe der Fototage setzt sich mit Verletzlichkeiten auseinander.

Der fotografische Parcours zieht sich quer durch Biel und schafft einen Dialog zwischen Bildern, Räumen und urbanem Umfeld. Ergänzt wird das Programm durch gefilmte Gespräche, in denen die Künstlerinnen und Künstler ihre Perspektiven und Anliegen näher erläutern.
Für Direktorin Sarah Zürcher basiert die 29. Ausgabe auf einer einfachen Erkenntnis: Verletzlichkeit trennt nicht, sondern verbindet. «Es ist ein Thema, das uns zusammenbringt und uns ermöglicht, unsere menschlichen Werte neu zu entdecken», erklärte Zürcher am Donnerstag anlässlich der Präsentation des Festivals.
In einer von Krisen geprägten Gegenwart wollen die Bieler Fototage Werke zeigen, die über reine Dokumentation hinausgehen. Die ausgestellten Arbeiten sollen Beziehungen schaffen, Empathie fördern und marginalisierte Lebensrealitäten sichtbar machen.
Erstmals rücken Schweizer Fotojournalistinnen und Fotojournalisten ins Zentrum des Festivals. Ihre Arbeiten setzen sich mit der Frage auseinander, wie sich unser Verhältnis zur Wirklichkeit verändert – insbesondere in einer Zeit, in der künstliche Intelligenz das Verständnis von Bildern und Realität zunehmend prägt.
Die Ausstellungen sind über die ganze Stadt verteilt. Neben etablierten Kulturorten wie dem Schwab-Gebäude des Neuen Museums Biel (NMB), dem Photoforum Pasquart und verschiedenen Galerien werden auch öffentliche und aussergewöhnliche Räume bespielt. Dazu zählen das Restaurant der Rotonde, die Tribünen des ehemaligen Fussballstadions Gurzelen sowie ein Alters- und Pflegeheim.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1997 haben sich die Bieler Fototage einen festen Platz in der Schweizer Kulturlandschaft erarbeitet. Entstanden aus der Initiative dreier Fotografiebegeisterter, setzt sich das Festival seither jährlich mit gesellschaftlichen und kulturellen Fragen der Gegenwart auseinander.






