Bezirksgericht Bülach verurteilt französische Kriminaltouristen
Das Bezirksgericht Bülach hat am Dienstagnachmittag drei junge Männer aus Frankreich verurteilt. Zwei davon wollten gemeinsam Luxusautos aus einer Autogarage stehlen. Der dritte wurde erwischt, als er in ein Waffengeschäft einbrechen wollte.

«Es tut mir leid» und «ich möchte mich entschuldigen» waren die Schlussworte der beiden Franzosen, deren versuchter Diebstahl am Dienstagnachmittag im abgekürzten Verfahren am Bezirksgericht Bülach verhandelt wurden.
Weil in abgekürzten Verfahren Geständnisse vorliegen und bereits vor der Verhandlung ein Urteilsvorschlag feststeht, hatten die beiden 21 und 23 Jahre alten Männer nicht viel zu erzählen. Von dem unbekannten Dritten, für den sie die beiden BMW stehlen sollten, hätten sie 5000 Euro bekommen, wenn es geklappt hätte, sagten beide.
Das Gericht verurteilte die beiden Männer im abgekürzten Verfahren wegen versuchten Diebstahls zu Freiheitsstrafen von je 14 Monaten. Zudem werden sie für sechs Jahre des Landes verwiesen.
Die beiden Verurteilten haben zugegeben, im September vergangenen Jahres in einen Garagenbetrieb in Wallisellen eingebrochen zu sein. Dort ist es ihnen zwar gelungen, den Schlüsseltresor aufzubrechen. Zum Diebstahl der Autos kam es aber nicht mehr, weil die Polizei anrückte, und die beiden verhaftete.
Nach der Verhandlung dürften sie nun rasch auf freien Fuss kommen. Laut dem Richter werden sie aus der Haft entlassen und dem Migrationsamt übergeben, welches sie ausweisen soll.
Im vergangenen Jahr gab es in der Region Zürich vermehrt Polizeimeldungen über Einbrüche in Garagenbetriebe. Ziel der Einbrecher waren oft Luxusautos. Auch Waffengeschäfte waren mehrfach Ziel von Diebesbanden aus Frankreich.
Ein Waffengeschäft war denn auch das Ziel eines weiteren Falls, der ebenfalls am Dienstagnachmittag in Bülach im abgekürzten Verfahren verhandelt wurde. Ein 21-jähriger Franzose hat gestanden, zusammen mit zwei unbekannten Mittätern im Juli 2025 einen Renault Clio geklaut zu haben. Mit dem Auto soll das Trio nach Höri gefahren sein, wo sie in ein Waffengeschäft einbrechen wollten.
Die Frage des Richters, ob sie dort Waffen klauen wollten, verneinte er. «Wir wollten Geld aus dem Tresor stehlen», sagte er vor Gericht. Mit dem Geld habe er seiner Familie helfen wollen. Als die Männer von einem Nachbarn entdeckt wurden, flüchteten sie. Die Polizei erwischte den 21-Jährigen.
Das Gericht verurteilte ihn wegen bandenmässigen Diebstahls und versuchten bandenmässigen Diebstahls zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten auf Bewährung. Zudem wird er für 10 Jahre des Landes verwiesen.
Der Mann, der seit Ende Juli vergangenen Jahres in Haft war, wird nun wie die beiden gescheiterten Autodiebe rasch auf freien Fuss gesetzt und der Migrationsbehörde übergeben, die ihn ausweisen soll.






