Berner Frauenklinik: Notfälle rollen durch die Eingangshalle
Wer in der frisch sanierten Berner Frauenklinik wartet, könnte plötzlich einer Notfallpatientin auf der Liege begegnen. Der Grund ist eine zu tiefe Zufahrt.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Samstag eröffnet die frisch sanierte Berner Frauenklinik im Marie-Colinet-Haus.
- Viele Ambulanzen sind für die Notfallzufahrt in der Tiefgarage zu hoch.
- Patientinnen müssen deshalb durch den normalen Haupteingang und die Eingangshalle gebracht werden.
- Die Sanierung des Gebäudes kostete rund 230 Millionen Franken.
Man wartet auf einen Termin, besucht jemanden oder sitzt gerade bei einem Kaffee. Und plötzlich wird eine Notfallpatientin auf einer Liege durch die Eingangshalle geschoben.
Genau das kann ab Samstag in der Berner Frauenklinik auf dem Inselareal passieren. Denn viele Ambulanzen können die eigentliche Notfallaufnahme des frisch sanierten Marie-Colinet-Hauses nicht anfahren.
Ambulanzen sind zu hoch
Das Problem: Die Zufahrt befindet sich in der Tiefgarage. Doch für viele der heutigen Ambulanzfahrzeuge ist sie zu niedrig.
Die Rettungsteams müssen deshalb vor dem normalen Haupteingang halten. Von dort geht es mit den Patientinnen durch die Eingangshalle – vorbei an Tagespatientinnen, Wartenden und Besuchenden.

«Das Einzige, was unangenehm ist, ist, wenn es am Nachmittag um 2 Uhr ist und überall Patienten warten und beim Kaffee sind.» Das sagt Sara Imboden von der Frauenklinik gegenüber dem «Regionaljournal Bern Freiburg Wallis» von SRF.
Ihre pragmatische Schlussfolgerung: «Dann ist es halt so. Dann ist es halt ein Spital.»
Nach der Halle wartet die nächste Hürde
Damit ist der Weg für die Ambulanzcrews noch nicht geschafft.
Am Ende der Eingangshalle und des Wartebereichs wartet laut SRF ein enger 90-Grad-Knick samt Tür.
Auch Vera Urquizo, Leiterin Betriebswirtschaft der Frauen- und Augenklinik, ist mit der Situation nicht glücklich.
«Wir ziehen in ein Gebäude, nicht in einen Neubau», sagt sie. Man habe deshalb nicht für alles eine optimale Lösung gefunden.
Wenn man 1995 gewusst hätte, wie hoch die Ambulanzen heute seien, hätte man das Gebäude wohl anders gebaut.
Klinik wurde jahrelang saniert
Brisant ist das Problem auch deshalb, weil das Marie-Colinet-Haus gerade erst umfassend saniert worden ist.
Die Arbeiten dauerten mehrere Jahre und kosteten rund 230 Millionen Franken. Trotzdem konnte die Zufahrt offenbar nicht so angepasst werden, dass die heutigen Ambulanzen hineinpassen.
«Das müssen Sie das Projekt fragen», sagt sie. Das Thema sei mit dem Projektteam diskutiert worden, eine andere Lösung sei aber nicht möglich gewesen.
Chefarzt: «Direkte Zufahrt wäre ideal»
Daniel Surbek, Co-Leiter der Frauenklinik und Chefarzt Geburtshilfe, räumt ein: Die direkte Zufahrt in die Tiefgarage wäre die bessere Lösung.
«Das Ideale wäre natürlich, wenn man ins UG fahren könnte und die Patientin dann direkt in den Lift.»
Am Samstag um 8 Uhr geht das sanierte Marie-Colinet-Haus in Betrieb. Dann werden auch die ersten Notfallpatientinnen den neuen – und ziemlich ungewöhnlichen – Weg durch den Haupteingang nehmen.














