An der Basler Fasnacht war Rassismus eines der grossen Themen. Ein äusserst rassistischer Zettel machte die Runde – dieser ging selbst der Pnos zu weit.
Basel Fasnacht Rassismus
Der Flyer der Basler Fasnacht sorgt für Irritation. - Keystone/Bildmonage Nau
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein rassistischer Flayer an der Basler Fasnacht sorgte für Unmut.
  • Selbst der rechten Pnos geht dieser zuweit.

«Die drey scheenschte Dääg» – so wird die Fasnacht auch genannt. Nur wurde sie dieses Jahr, rund ein halbes Jahr nach der Negro-Rhygass-Diskussion, erneut von Rassismus überschattet.

Ein Zettel mit dem Titel «Mir mache doch nid dr Näger» geriet in Umlauf. Unter anderem wird ein türkischer Student aufs übelste beleidigt. Einige Aspekte des Zettels verweisen auf die rechtsextreme Pnos (mehr hier).

Sujet Donald Trump
Eines der kontroversen Sujets der Basler Fasnacht: Donald Trump - keystone

In einer ersten Stellungnahme sagte Tobias Steiger, der Basler Pnos-Chef, dass man nichts davon wissen. Doch gestern Donnerstag kam eine zweite Antwort auf eine unbeantwortete Nachfrage.

Pnos hat nichts damit zu tun

Dieses Mal nahm sich Roland Nägeli, der Stellvertreter von Steiger Zeit. «Meines Wissens hat die Pnos als Partei nichts mit dem Flyer zu tun», so Nägeli. Man könne aber nicht ausschliessen, dass eine Einzelperson aus «unseren Reihen» verantwortlich für den Zettel ist.

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Die Clique Rhygwaeggi widmet sich dem Thema Narrenfreiheit. - Keystone

Doch Nägeli, der seit 2012 bei der Pnos ist, kann dem Zettel nichts abgewinnen. «So einen Grottenschlechten nicht mal eines Fasnachtszettel würdigen Wisch, wie diesen Scheiss, habe ich persönlich an einer Fasnacht noch nie gesehen», sagt Nägeli.

Das Basler Deutsch sei «miserabel». Doch er wolle sich nicht explizit für die Pnos entschuldigen. Zuerst müsse man beweisen, dass «dieser Dreckwisch» aus den Pnos-Reihen komme.

Staatsanwaltschaft prüft Tatbestand

«Für mich auch ein Anzeichen, dass und jemand an den Karren fahren will», sagt der Fasnächtler. Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt schreibt auf Anfrage, dass ein möglicher strafrechtlich relevanter Tatbestand geprüft werde.

Im September 2018 hatte der Dachverband der Homosexuellen in der Schweiz, Pink-Cross, gegen die Pnos Anzeige erstattet. Anlass war ein homophober Blogeintrag von Pnos-Mitgliede Florian Signer. Er ist Vorsitzender der Appenzeller Sektion.

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