Stadt Basel

Basler Beamte: Lieber Flugzeug als Zug – trotz Verbot

Redaktion
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Basel,

Seit 2020 brauchen Basler Staatsangestellte eine Bewilligung, um für kurze Reisen zu fliegen. 51-mal in zwei Jahren wurde eine solche Erlaubnis erteilt.

flugzeug
Ein Flugzeug hebt ab am Basler Euroairport. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kanton Basel-Stadt hat ambitionierte Klimaziele.
  • So soll etwa die Stadt im Jahr 2037 «Netto-Null» erreichen – die Verwaltung bereits 2030.
  • Um dies zu schaffen, gilt bereits seit 2020: Für kurze Reisen muss der Zug genutzt werden.
  • Bei etwa einem Viertel der Flugreisen wurde eine Ausnahmebewilligung benötigt und erteilt.

Fliegen hat eine deutlich schlechtere Umweltbilanz wie das Reisen mit dem Zug. Inlands- und Kurzstreckenflüge gelten daher oft als verpönt.

Da der Kanton Basel-Stadt hochgesteckte Klimaziele hat, sollen auch Staatsangestellte die Lüfte bei relativ kurzen Reisen meiden.

rathaus basel
Das Basler Rathaus. Der Verwaltung des Kantons ist es eigentlich nicht erlaubt, Dienstreisen unter 1000 Kilometern mit dem Flugzeug zu absolvieren. - keystone

Bereits seit 2020 benötigen Verwaltungsmitglieder eine Bewilligung, wenn sie dienstlich im Umkreis von 1000 Kilometern auf den Zug verzichten und lieber fliegen.

Eingeschlossen bei dieser Regelung sind die Regierungsrätinnen und -räte, Chefbeamtinnen und-beamte sowie Kadermitarbeitende.

Ein Viertel der Flüge unter 1000 Kilometern

Wie eine Recherche von «Prime News» nun zeigt, werden solche Bewilligungen jedoch gar nicht mal so selten ausgestellt. Im Jahr 2024 und 2025 flog die Basler Verwaltung 197-mal. 51 dieser Flüge waren nicht länger als 1000 Kilometer.

Dies, obwohl vonseiten der Regierung die Vorgabe gilt, bei Ausnahmen «restriktiv» vorzugehen. Das Online-Portal liefert auch gleich noch ein Beispiel: Mitte Januar flog Regierungspräsident Conradin Cramer (LDP) nach Wien.

Dort übergab er offiziell an die österreichische Hauptstadt als Host City des Eurovision Song Contest. Die Flugreise sei aus «zeitlichen Gründen» erfolgt, sagt Sprecherin Melanie Imhof.

cramer
Regierungspräsident Conradin Cramer (rechts) mit dem Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Siebenmal flog er 2024 und 2025 im Rahmen seines Amtes. Immer reiste er mehr als 1000 Kilometer. - keystone

Doch warum verzichten die Basler Staatsangestellten trotz der eigentlich deutlichen Regelung so oft auf den Zug? Gemäss «Prime News» ist ein Grund etwa, dass ansonsten Termine mit der Reisezeit kollidieren würden. Auch deutlich höhere Preise auf der Schiene spielten eine Rolle.

Ebenso gebe es in manchen Fällen schlicht keine Zugverbindung. In Grenzfällen bezüglich der Reisedistanz von 1000 Kilometern werde auch mal ein Auge zugedrückt.

Präsidialdepartement fliegt am meisten

Trotz dieser zahlreichen Ausnahmen betont Vizestaatsschreiber Marco Greiner, dass insgesamt «weitaus mehr» Zug- als Flugreisen in diesem Radius absolviert werden. Dem Regionaljournal von SRF sagt er auch, dass die Zahl mittlerweile niedriger sei, als bei einer letzten Messung von vor zwei Jahren.

Macht die Basler Verwaltung zu viele Ausnahmen bei ihrer eigenen Flugregelung?

Blickt man auf die verschiedenen Departemente, fällt auf, dass mit Abstand die meisten Flüge 2024 und 2025 auf das Konto des Präsidialdepartements gehen (122). Wenig überraschend geht es da oft um Aussen- und Standortbeziehungen sowie Kultur.

Nichts mit den hohen Lüften zu tun hatte derweil das Finanzdepartement. Dieses nutzte nicht einmal in besagtem Zeitraum ein Flugzeug.

Kommentare

ChanLee

es gibt keine beamte mehr, Jahr 2000 wurde der Beamtenstatus abgeschafft

User #5030 (nicht angemeldet)

Es zeigt einmal mehr das links/grünes Wunschdenken nicht Alltag Tauglich ist!

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