Banknoten-ABC: Die wichtigsten Fakten zum Schweizer Bargeld

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Zürich,

Wie viele Schweizer Banknoten sind im Umlauf? Wer druckt sie, und wann sind auch zerissene Noten noch gültig? Die wichtigsten Fakten zum Thema Banknoten:

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Eine Person kontrolliert den am Geldautomaten abgehobenen Betrag in Schweizer Franken und steckt die Banknoten in ihr Portemonnaie. (Archivbild) - keystone

ANNAHMEPFLICHT: Banknoten sind in der Schweiz gesetzliches Zahlungsmittel. Gemäss Währungs- und Zahlungsmittelgesetz müssen sie zur Begleichung von Geldschulden grundsätzlich landesweit angenommen werden. Händler können die Barzahlung aber ausschliessen, sofern sie dies vor der Leistung etwa in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) oder auf einem Hinweisschild klar kommunizieren. Eine Besonderheit: Während Banknoten unbegrenzt akzeptiert werden müssen, sind Münzen pro Zahlung auf 100 Stück beschränkt.

BARGELD-INITIATIVE: Am 8. März 2026 stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über die Bargeld-Initiative und einen direkten Gegenentwurf ab. Beide Vorlagen wollen Bargeldversorgung und Franken in der Verfassung verankern. Heute regelt das Gesetz, dass die Bargeldversorgung gewährleistet sein muss, und dass der Franken die schweizerische Währung ist. Ein Währungswechsel wäre neu nur mit Volks- und Ständemehr möglich. Der Gegenentwurf betont den Auftrag der Nationalbank. Praktische Folgen oder Mehrkosten sind nicht vorgesehen.

CASH-UMFANG: 2024 waren durchschnittlich rund 514 Millionen Banknoten im Umlauf – im Gesamtwert von rund 73,3 Milliarden Franken. Wertmässig dominiert die 1000-Franken-Note, die nahezu die Hälfte des gesamten Notenumlaufwerts ausmacht. Der hohe Anteil der grossen Notenabschnitte deutet darauf hin, dass Banknoten nicht nur als Zahlungs-, sondern in erheblichem Umfang auch als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden.

DRUCK: Gedruckt werden die Banknoten im Auftrag der Nationalbank bei Orell Füssli. Das Zürcher Traditionsunternehmen ist auf Sicherheitsdruck spezialisiert. Die erste Banknotenserie der Nationalbank (1907) wurde nicht vollständig in der Schweiz gedruckt. Mehrere ausländische Sicherheitsdruckereien waren beteiligt, darunter britische und französische Spezialisten. Grund: In der Schweiz fehlte zunächst Erfahrung im Banknotendruck.

DURASAFE: Die neunte und heute gängige Banknotenserie basiert auf dem Substrat Durasafe. Es kombiniert zwei dünne Baumwollpapierlagen mit einem Polymer-Kern. Diese dreilagige Struktur erhöht die Haltbarkeit deutlich und erlaubt transparente Sicherheitselemente. Gleichzeitig bleibt die typische Papierhaptik erhalten. Ziel ist eine längere Umlaufdauer bei gleichzeitig höherer Fälschungssicherheit. Komplexe Druckverfahren und Materialtechnik verhindern einfache Kopien.

FALSCHGELD: 2024 wurden 2569 gefälschte Banknoten sichergestellt, nach 4082 im Vorjahr. Das Falschgeldaufkommen gilt im internationalen Vergleich als gering. Moderne Sicherheitsmerkmale – sichtbar, fühlbar und maschinenlesbar – erschweren Kopien erheblich.

GÜLTIGKEIT: Zurückgerufene Banknoten sind kein offizielles Zahlungsmittel mehr, sie können aber ab der 6. Banknotenserie zeitlich unbeschränkt bei der Nationalbank zum vollen Nennwert umgetauscht werden. Die Banknoten der vorletzten, 8. Serie, wurden per 30. April 2021 zurückgerufen. Für wertlos erklärte Banknoten haben Sammlerwert.

HERSTELLUNGSKOSTEN: Die Herstellkosten einer Banknote (Entwicklung, Papier und Druck) betragen bei den Noten der aktuellen Serie im Durchschnitt rund 40 Rappen.

LEBENSDAUER: Die 10er-, die 20er- und die 50er-Note, die für Zahlungen sehr gebräuchlich sind, weisen eine Lebensdauer von durchschnittlich drei bis sechs Jahren auf. Die Lebenserwartung der 100er-, der 200er- und der 1000er-Note liegt höher.

NACHFRAGE: Seit 2008 hat Bargeld als Wertaufbewahrungsmittel wieder an Bedeutung gewonnen. Die erhöhte Nachfrage nach Banknoten lässt sich unter anderem auf das anhaltend tiefe Zinsniveau zurückführen. Die gestiegene Nachfrage nach den kleinen Notenabschnitten widerspiegelt vor allem die positive Entwicklung des privaten Konsums.

NEUAUFLAGE: Im Herbst 2024 gab die Nationalbank bekannt, dass sie die 10. Banknotenserie vorbereitet. Diese steht unter dem Thema «Die Schweiz und ihre Höhenlagen». Sicherheit, Funktionalität und technologische Standards werden weiterentwickelt. Die heutige Stückelung sowie die Farbgebung sollen beibehalten werden. Die Einführung ist für die frühen 2030er-Jahre geplant.

NOTENWERTE: Die aktuelle Serie umfasst sechs Stückelungen: 10, 20, 50, 100, 200 und 1000 Franken. Die Nennwerte sollen den unterschiedlichen Bedarf abdecken: vom Alltagsbetrag bis zur grossen Bargeldreserve.

SERIE 9: Die aktuelle Serie steht unter dem Leitmotiv «Die vielen Facetten der Schweiz». Statt Porträts zeigen die Noten abstrakte Themen wie Zeit, Licht oder Sprache. Gestaltet wurden sie von der Luzernerin Manuela Pfrunder.

SICHERHEIT: Die aktuelle Serie kombiniert Mikrotexte, Sicherheitsfäden, Farbwechsel-Effekte, transparente Fenster und tastbare Elemente. Die Merkmale sind für Laien prüfbar und zugleich maschinenlesbar – ein mehrschichtiges Schutzkonzept. Zur Echtheitsprüfung empfiehlt die Schweizerische Nationalbank (SNB) drei Schritte: sehen, kippen, fühlen. Farbeffekte verändern sich beim Kippen, Wasserzeichen erscheinen im Licht, Reliefdrucke sind tastbar.

UMTAUSCH: Die Nationalbank ersetzt beschädigte Banknoten, wenn sich deren Seriennummer erkennen lässt. Zudem muss die Inhaberin oder der Inhaber der Banknote einen Teil vorweisen, der grösser ist als die Hälfte, oder beweisen, dass der fehlende Teil der Note zerstört wurde.

VERNICHTUNG: Banknoten gelangen über Geschäftsbanken in den Zahlungsverkehr. Zurückkehrende Scheine werden bei der SNB maschinell geprüft. Abgenutzte oder beschädigte Exemplare werden vernichtet und ersetzt. Im Jahr 2024 wurden 244 Millionen Noten ausgegeben und 238 Millionen zurückgenommen. Dabei setzte die Nationalbank knapp 42 Millionen druckfrische Noten in Umlauf. Die SNB vernichtete 30,1 Millionen Banknoten im Nennwert von 2,4 Milliarden Franken.

VERSORGUNG: Die SNB besitzt das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten. Sie steuert Menge und Qualität im Umlauf und sorgt für eine zuverlässige Bargeldversorgung. Über Banken gelangen neue Noten in den Zahlungsverkehr, beschädigte Scheine kehren zur Prüfung zurück. Für Münzen ist hingegen der Bund zuständig; geprägt werden sie von Swissmint. Diese institutionelle Trennung ist gesetzlich verankert.

Kommentare

User #2324 (nicht angemeldet)

Fakt über Gele ist, Bares in der Hand. Alles andere ist nur eine Illusion.😁

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