Babynahrung Bimbosan von Hochdorf zurückgerufen
Hochdorf ruft vorsorglich das Ziegenmilchprodukt Bimbosan zurück. Der Grund ist eine Cereulid-Belastung im Rohstoff Arachidonsäure.

Der Schweizer Babyfoodhersteller Hochdorf Swiss Nutrition ruft das Ziegenmilchprodukt Bimbosan zurück. Der Grund liegt in einem Rohstoff, der mit dem Toxin Cereulid belastet ist, berichtet «foodaktuell.ch».
Betroffen sind rund 10'000 Packungen «Bimbosan Ziegenmilch 1 Refill» mit 400 g Inhalt. Dies entspricht einem kleinen Bruchteil der 1,2 Millionen Packungen aus 2025, wie Hochdorf in einer Pressemeldung schreibt.
Das Produkt hat ein Mindesthaltbarkeitsdatum bis 24.10.2027 und richtet sich an Säuglinge bis sechs Monate. Die genauen Chargennummern von Bimbosan sind auf der Hersteller-Website abrufbar.
Ursache der Belastung bei Bimbosan
Der Rohstoff Arachidonsäure vom früheren Lieferanten war teilweise mit Cereulid belastet, so der Hersteller. Hochdorf verarbeitete ihn Ende 2025 in geringen Mengen in Sulgen im Kanton Thurgau.
Anfang dieser Woche meldete der Lieferant validierte Testergebnisse über Qualitätsmängel. Daraufhin informierte Hochdorf Swiss Nutrition das kantonale Labor Thurgau unverzüglich.
«Dieser Rückruf ist eine vorsorgliche Vorsichtsmassnahme», sagt Hochdorf-CEO Sandro Tichelli in der Medienmitteilung. «Denn das Wohlbefinden der Babys hat für uns oberste Priorität.»
Eigenschaften des Cereulid-Toxins
Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das Bacillus cereus produziert und wie ein Ionophor wirkt. Es stört das Membranpotential von Zellen durch Kaliumionentransport, wie «produktwarnung.eu» berichtet.
Das hitzestabile Toxin übersteht Produktionserhitzungen und stellt ein Problem für verarbeitete Lebensmittel dar. Experten beobachten es oft bei falsch gelagertem Reis oder Nudeln.
Bereits 30 Minuten nach Verzehr kann es Übelkeit und Erbrechen auslösen, da es an 5-HT-3-Rezeptoren bindet. Beschwerden klingen normalerweise innerhalb weniger Tage ab.
Informationen für Verbraucher
Trotz der Belastung besteht wegen der geringen Arachidonsäuremengen kein ernsthaftes Risiko für Babys. Leichte Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen bleiben laut dem Hersteller jedoch möglich.

Betroffene Produkte dürfen nicht mehr verfüttert werden und sind in Verkaufsstellen zurückzugeben, betont Hochdorf in der Medienmitteilung.








