Im Wallis sind zuletzt drei Menschen in Gefängnissen gestorben. Nun hat der Staatsrat einen Richter mit einem Audit beauftragt.
Robert John Maudsley
Ein Gefängnis. (Archivbild) - unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • 2021 sind in Walliser Gefängnissen drei Menschen ums Leben gekommen.
  • Nun wird ein Audit über die Selbstmordrisiken in der Haft vorgenommen.

Nach drei Todesfällen in Walliser Gefängnissen im vergangenen Jahr hat Staatsrat Frédéric Favre den Tessiner Richter Maurizio Albisetti mit der Durchführung eines Audits über die Selbstmordrisiken beauftragt. Albisetti soll die Situation in den Gefängnissen analysieren und allfällige Verbesserungsmöglichkeiten vorschlagen.

Er wird sich auf die Einrichtungen für Untersuchungshaft konzentrieren, da sich die drei verstorbenen Personen nicht im Straf- oder Massnahmenvollzug befanden, wie die Walliser Dienststelle für Straf- und Massnahmenvollzug am Freitag mitteilte.

Untersuchungen nach Toten

Die Empfehlungen des Audits können jedoch auf alle Walliser Strafvollzugsanstalten angewendet werden. Albisetti ist derzeit Präsident des Tessiner Zwangsmassnahmengerichts und Mitglied der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter; ab dem 1. April 2022 wird er an das Berufungsgericht des Bundesstrafgerichts in Bellinzona wechseln.

Zwei der leblos aufgefundenen Personen waren im Gefängnis von Sitten, die dritte im Gefängnis von Brig inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungen eingeleitet, um die Umstände der Todesfälle zu ermitteln.