Ärztenachwuchs stellt Forderungen an Politik

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Bern,

Der Nachwuchs an Haus- und Kinderärzten hat klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. Eine neue Studie zeigt, dass junge Medizinerinnen und Mediziner mehrheitlich in Teilzeit und in Gruppenpraxen arbeiten wollen. Ihr Verband fordert deshalb politische Reformen.

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Der Nachwuchs an Haus- und Kinderärzten hat klare Vorstellungen von seiner beruflichen Zukunft. (Symbolbild) - keystone

Der Verband Junge Haus- und KinderärztInnen Schweiz (JHaS) stellte am Donnerstag in Bern ein Positionspapier und die Resultate einer neuen Studie vor. Ohne griffige Reformen drohten junge Fachpersonen an den heutigen Strukturen zu scheitern, wie die JHaS mitteilten. Der Verband, der seit 2017 von 443 auf über 2300 Mitglieder gewachsen ist, fordert deshalb politische Entscheide, die über zusätzliche Studienplätze hinausgehen.

Die vom Berner Institut für Hausarztmedizin (BIHAM) durchgeführte Studie zeichnet ein klares Bild der neuen Ärztegeneration. An der Befragung nahmen 716 Mitglieder der JHaS teil. Drei Viertel der Befragten sind Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 35 Jahren und 46 Prozent haben Kinder. Das gewünschte Arbeitspensum beträgt 70 Prozent. Eine Einzelpraxis streben nur 3 Prozent an, während 74 Prozent in einer Gruppenpraxis mit zwei bis fünf Ärztinnen und Ärzten arbeiten möchten. 62 Prozent der Befragten wollen zudem Mit-Eigentümer einer Praxis werden.

Aus diesen Ergebnissen leitet der Verband drei zentrale Forderungen an die Politik ab. Erstens müsse der Nachwuchs gewonnen und gehalten werden. Dies erfordere eine auf die Praxis ausgerichtete Ausbildung, familienfreundliche Arbeitsbedingungen und weniger administrative Hürden.

Zweitens brauche die Grundversorgung starke, interprofessionelle Teams. Kompetenzen und Aufgaben sollten sinnvoll zwischen den Gesundheitsberufen verteilt werden. Drittens fordert der Verband nachhaltige Rahmenbedingungen und eine Finanzierung, die es Praxen erlaube, wirtschaftlich zu arbeiten und in moderne Versorgungsmodelle zu investieren.

«Mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden ist wichtig – aber es reicht nicht», wird Co-Präsidentin Flurina von Blumenthal in der Mitteilung zitiert. Es brauche starke Teams und moderne Praxisstrukturen. Co-Präsidentin Linda Habib warnte davor, den Nachwuchs an andere Fachrichtungen zu verlieren, wenn sich die Rahmenbedingungen nicht änderten. Laut Vorstandsmitglied Hannes Bangerter sei eine starke Grundversorgung eine Investition. Sie löse rund 94 Prozent aller Gesundheitsprobleme, verursache aber nur etwa 8 Prozent der Gesundheitskosten.

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Kommentare

User #2516 (nicht angemeldet)

nur 70% arbeiten und gleich viel ferien wie die lehrer da bleibt nicht mehr viel? ja es muss etwas geschehen aber nid grad übertreiben mit den firderungen. ich will auch gesund gepflegt weden aber bezahlen möchte ich nur 70%

User #5438 (nicht angemeldet)

Ja dann muss ich jedesmal zu einem anderen Arzt, wenn die nicht/nie da sind, und muss immer wieder alles von anfang erzählen.

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