Armee stellt ihre neuen Angriffsdrohnen vor
Die Schweizer Armee testet in Elm GL den Einsatz von Drohnen für Aufklärung und Angriff – und damit die Kriegsführung der Zukunft.
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Das Wichtigste in Kürze
- Die Schweizer Armee testet in Elm Drohnen für Aufklärung und Angriffe.
- Ziel ist es, Drohnen künftig besser in Armee und Kampfverbände zu integrieren.
- Die Tests reagieren auf moderne Kriegsführung, etwa im Krieg in der Ukraine.
Die Schweizer Armee hat am Montag in Elm GL erneut Drohnentests durchgeführt. Vor Ort erhielt Nau.ch einen Einblick in die Zukunft der militärischen Luftaufklärung und -führung.
Im Fokus der Tests stehen sogenannte Minidrohnen. Sie werden für Aufklärungs- und Erkundungsaufgaben eingesetzt und ermöglichen Nachrichtenbeschaffung, ohne Menschenleben zu gefährden.
Gleichzeitig sind sie längst auch Teil moderner Kriegsführung: In aktuellen Konflikten, etwa im Krieg in der Ukraine, werden Drohnen als Angriffswaffen eingesetzt.
Die Schweizer Armee schreibt dazu: «Sind die Drohnen mit Sprengladungen ausgestattet, werden sie zur Präzisionswaffe, mit der sich Ziele bekämpfen lassen.»
Im Herbst 2025 bildete die Armee deshalb 20 Soldaten zu FPV-Piloten aus. FPV steht für First Person View: Die Steuerung erfolgt über eine Videobrille, die das Kamerabild der Drohne in Echtzeit überträgt.
Test werden weitergeführt
In Elm wurden nun Angriffsdrohnen im Rahmen eines Feldversuchs demonstriert. Die Tests werden vom Kompetenzzentrum Drohnen und Robotik Verteidigung durchgeführt und sollen auch 2026 weitergeführt werden.
«Sie dienen dazu, das Zusammenspiel zwischen Drohnen-Wirkteams und Kampfverbänden zu erproben sowie Einsatzverfahren zu entwickeln», schreibt die Armee.

Andrea Marazzo von der Schweizer Armee erläutert im Nau.ch-Video die Funktionsweise der eingesetzten Systeme. Im Zentrum stehen dabei Aufklärungsdrohnen.
Diese liefern Informationen, aus denen ein Lagebild entsteht. «So kann ein Zugführer ein Angriffsteam beordern», erklärt Marazzo. Dieses habe dann die Aufgabe, «feindliche Mittel anzugreifen».
Angriffsdrohnen speziell fürs Militär
Die Angriffsdrohnen selbst sind spezielle militärische Systeme, die nicht handelsüblich erhältlich sind.
Neben militärischen Systemen werden auch zivil hergestellte Drohnen eingesetzt: «Die anderen Drohnen sind zum Teil ziviler Herkunft», so Marazzo.
Die Entwicklung ist Teil eines längerfristigen Prozesses: Bereits im Dezember 2025 testete die neu geschaffene Taskforce Drohnen auf dem Schiessplatz Hinterrhein GR verschiedene Angriffs- und Abwehrsysteme.
Ziel war es, den Markt zu sondieren und die technologische Reife der Systeme zu bewerten. Die Taskforce wurde im Dezember 2024 vom Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport als Reaktion auf die wachsende Bedrohung gegründet.
«Know-how aufbauen»
Marazzo erklärt, warum bereits zum zweiten Mal getestet wird. Ziel sei es, «Know-how aufbauen», so Marazzo gegenüber Nau.ch. Um in einem nächsten Schritt die Integration in Kampfbataillone voranzutreiben.
Auch der internationale Kontext spielt eine zentrale Rolle. Marazzo verweist auf die Erfahrungen aus der Ukraine: «Mit den ganzen Drohnen in der Luft, auch Aufklärungs-Drohnen, wird man viel früher entdeckt. Und man kann sich nicht mehr so einfach verstecken.» Das sei eine Realität, auf die sich auch die Schweizer Armee einstellen müsse.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung der Drohnenpiloten. Diese werden direkt in der Rekrutenschule ausgewählt, wo geprüft wird, wer sich für die präzise Steuerung der Systeme eignet. So entsteht eine kleine, spezialisierte Drohnenpiloten-Gruppe, erklärt Marazzo.
















