Arbeitsunfälle vorgetäuscht: Portugiese ergaunert halbe Million

    Marie Augustin
    Marie Augustin

    Stadt St. Gallen,

    Ein Portugiese heuerte ein Dutzend Komplizen an, um Arbeitsunfälle vorzutäuschen. Vier Schweizer Unfallversicherungen wurden so um 575'000 Franken betrogen.

    Schweizer Franken
    Der Kanton Jura plant 2026 ein Defizit von 16,2 Mio. Franken bei Nettoinvestitionen von 36,5 Mio. (Archivbild) - depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Einem Portugiesen und 14 weiteren Personen wird gewerbsmässiger Betrug vorgeworfen.
    • Der Portugiese verschaffte den Komplizen Arbeit und liess sie einen Unfall vortäuschen.
    • Unfallversicherungen zahlten eine halbe Million auf durch den Haupttäter erstellte Konten.

    Die Staatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen hat gegen mehrere Personen Anklage erhoben. Die Beschuldigten um den 51-jährigen portugiesischen Haupttäter sollen gewerbsmässigem Betrug nachgegangen sein.

    Der im Rheintal lebende Portugiese soll «20 Minuten» nach seit dem Sommer 2021 Schweizer Unfallversicherungen hinters Licht geführt haben.

    Dazu rekrutierte er «Personen aus seinem Freundes-, Familien- und Bekanntenkreis aus der Schweiz, Deutschland und Portugal». Diese täuschten «für ihn in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein Arbeitsunfälle» vor, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

    575'000 Franken von vier Versicherungen

    Der Portugiese frisierte unter anderem die Lebensläufe der Personen. Dann verschaffte er ihnen Jobs bei Personalvermittlungsbüros in der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein.

    Für den Austausch mit Ärzten, Unfallversicherungen und Arbeitgebern richtete er Bank- und E-Mail-Konten auf ihre Namen ein.

    Unfallversicherungen Portugiese Arbeitsunfälle Komplizen
    Der 51-Jährige frisierte die Lebensläufe seiner Komplizen. (Symbolbild) - depositphotos

    Kurz nach Arbeitsantritt täuschten die Komplizen Arbeitsunfälle vor und simulierten eine völlige Arbeitsunfähigkeit.

    Der 51-Jährige kassierte daraufhin die durch die Versicherungen bereitgestellten Taggelder über die eingerichteten Konten. Seine Komplizen entschädigte er mit 1000 bis 2000 Euro pro Monat.

    Vier Schweizer Unfallversicherungen zahlten so in drei Jahren insgesamt 575'000 Franken. Der Portugiese behielt davon mindestens 343'000 Franken ein.

    Landesverweise für alle Beteiligten gefordert

    Die Staatsanwaltschaft fordert für den Haupttäter eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren. Gemäss «20 Minuten» sollen davon 14 Monate vollzogen und 22 Monate auf eine vierjährige Probezeit ausgesetzt werden.

    Ebenfalls im Raum stehen eine Ersatzforderung von 343'000 Franken sowie ein 14-jähriger Landesverweis.

    Zu den weiteren Beteiligten gehören zwölf Portugiesen, ein Deutscher und ein Brite. Ihr Strafmass wird in separaten Prozessen behandelt. Auch für die Komplizen werden bedingte Freiheitsentzüge und Landesverweise gefordert.

    Kommentare

    User #3694 (nicht angemeldet)

    ?…. Und ich warte nach einem Unfall vor 14 Jahren der mich aus der Arbeitswelt kickte noch immer auf eine Rente. Das beste ist, der Arbeitgeber zusammen mit der Staatlichen Versicherung haben beschlossen das ich nicht mehr arbeiten könne und eine Wiedereingliederung wurde von Dessen nie durchgeführt. Nun heisst es, ich könne seit 13 Jahren im angestammten Beruf arbeiten !?! Zwischenzeitlich bin ich vor Gericht da es sich seitens der Versicherung um eine Arbeitsverweigerung handelt. Das ist die Kehrseite 😮😌✅

    User #4373 (nicht angemeldet)

    Die lieben guten Arbeiter ohne die wir ja angeblich nicht mehr aus kommen und brauchen! So viel zum Thema Fachkräfte….

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