49 Medizinethiker rufen angesichts der kritischen Corona-Phase zu Solidarität und Verantwortung auf. Gemeinsam könne die Welle gebrochen werden.
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Passanten tragen wegem des Coronavirus eine Maske. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • 49 Medizinethiker richten einen Weihnachts-Appell an Behörden und Bevölkerung.
  • Sie fordern, dass die Versorgung aller, die es benötigen, sichergestellt ist.
  • Die Massnahmen sollen entsprechend getroffen werden.

Angesichts der aktuell kritischen Phase der Coronavirus-Pandemie rufen 49 Medizinethikerinnen und -ethiker Behörden und Bevölkerung zu Solidarität und Verantwortung auf. Sie sind überzeugt, dass die Ansteckungswelle gemeinsam gebrochen werden kann.

Die Unterzeichnenden des Weihnachts-Appells rufen Behörden und Institutionen auf, Massnahmen so zu treffen, dass die medizinische Versorgung aller, die es benötigen, sichergestellt ist, wie die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) am Mittwoch mitteilte.

Appell: Auch Klärung der Finanzierung von Interventionen nötig

Diejenigen, die von der Pandemie am stärksten betroffen seien, dürften nicht vergessen werden. Dazu gehörten Kinder und Jugendliche, Personen mit psychischen Beeinträchtigungen, alleinstehende ältere Menschen, Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie Menschen in prekären sozialen Lagen.

Neben Massnahmen zu Vermeidung von Ansteckungen sei eine rasche Klärung der Finanzierung von Pandemie-spezifischen Interventionen und eine verbesserte Koordination der Leistungserbringer im Umgang mit den knappen Ressourcen nötig, heisst es in dem Appell. Zudem brauche es dringend Kriterien für die Verschiebung planbarer Eingriffe und Transparenz über deren Ausmass.

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Mit dem Coronavirus infizierte Patienten auf einer Intensivstation. (Symbolbild) - AFP/Archiv

Der Appell ruft weiter dazu auf, nicht zu moralisieren. Mit einer Einteilung in «gute Geimpfte» und «schlechte Ungeimpfte» lasse sich die Pandemie nicht überwinden. Im Gegenteil: Sie könne dazu führen, dass Geimpfte davon ausgingen, sie seien nicht mehr infektiös und sich sowie andere nicht mehr ausreichend schützten.

Die Unterzeichnenden rufen auch dazu auf, den im Gesundheitswesen Tätigen Respekt und Wertschätzung entgegen zu bringen. Bürgerinnen und Bürger sollten alles unternehmen, um die Pandemie einzudämmen und unnötige Hospitalisierungen zu vermeiden. Denn Menschen, deren Beruf es sei, für Kranke, Verunfallte oder Pflegebedürftige zu sorgen, müssten ihre Arbeit unter zumutbaren Bedingungen leisten können.

«Gemeinsam können wir die Welle brechen», heisst es in dem Appell. Es brauche die Mithilfe aller Menschen: der Geimpften, der Ungeimpften und der Genesenen. Die Medizinethikerinnen und -ethiker empfehlen mit Nachdruck allen Menschen, für die die Impfung aktuell empfohlen werde, sich impfen zu lassen auch mit dem Booster. Darüber hinaus seien alle in der moralischen Pflicht, Kontakte zu reduzieren und Hygienemassnahmen einzuhalten, um die Pandemie zu verlangsamen.

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