Antennensuchen lassen Überwachungszahlen stark steigen
Die Zahl der Fernmeldeüberwachungen in der Schweiz ist 2025 um rund 40 Prozent gestiegen. Hauptgrund dafür war ein massiver Anstieg bei den Antennensuchläufen. Bei anderen Massnahmen wie etwa Echtzeitüberwachungen verlangsamte sich das Wachstum hingegen.

Die Zahl der Antennensuchläufe stieg 2025 im Vorjahresvergleich denn auch um rund 69 Prozent an, wie der Dienst Überwachung Post- und Fernmeldeverkehr (ÜPF) am Dienstag mitteilte. Diese Zunahme sei der Hauptgrund für den Anstieg der gesamten Überwachungsmassnahmen um rund 40 Prozent.
Bei den übrigen Massnahmen verlangsamte sich die Wachstumsdynamik im Vergleich zum Vorjahr. So erhöhte sich die Anzahl der Echtzeitüberwachungen um drei Prozent auf 1878 Fälle. Die rückwirkenden Überwachungen nahmen um sechs Prozent auf 6531 zu. Die Notsuchen stiegen um rund fünf Prozent auf 1287 Fälle, während sich die Anzahl der Fahndungen mit 17 gegenüber 35 im Vorjahr mehr als halbierte.
Auch bei den Auskünften verzeichnete der Dienst ÜPF eine Zunahme. Insgesamt erteilte er im vergangenen Jahr rund 32 Prozent mehr einfache und komplexe Auskünfte an die Strafverfolgungsbehörden. Die Zahl der gelieferten komplexen Auskünfte, wie etwa Ausweiskopien, stieg um 39 Prozent auf 44'836. Bei den einfachen Auskünften, beispielsweise zu IP-Adressen, wurden 650'034 erteilt, verglichen mit 495'119 im Vorjahr.
Rund 45 Prozent aller Echtzeit- und rückwirkenden Überwachungen betrafen 2025 Vermögensdelikte, was einer Zunahme von 45 Prozent entspricht. Massnahmen wegen strafbarer Handlungen gegen Leib und Leben machten rund 24 Prozent aus und stiegen um 75 Prozent. Den stärksten prozentualen Anstieg gab es bei den strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität mit einem Plus von 124 Prozent. Diese machten insgesamt allerdings zwei Prozent der Massnahmen aus.
Ebenfalls stark nahmen die Anordnungen wegen Verbrechen gegen die Freiheit zu – um rund 50 Prozent. Gesunken um 28 Prozent sind hingegen die Massnahmen wegen Verbrechen gegen den öffentlichen Frieden.
Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) ordnete im Berichtsjahr derweil 334 Überwachungen an, nach 106 im Vorjahr. Die Zahl der Auskunftsgesuche stieg von 12'789 auf 39'130. Der Dienst ÜPF wies darauf hin, dass sich die Zählweise des NDB von seiner eigenen unterscheide. Die Zahlen seien deshalb nicht miteinander vergleichbar.






