Angeblicher Lukaschenko-Scherge steht in St. Gallen vor Gericht
Der Prozess gegen ein angebliches Mitglied einer belarussischen Sondereinheit hat am Kantonsgericht St. Gallen begonnen. Angehörige verschwundener oppositioneller Politiker aus Belarus verlangen einen Schuldspruch wegen gewaltsamen Verschwindenlassens.

Der heute 48-jährige Belarusse gab bei einem Asylantrag 2019 an, im Auftrag des Regimes von Machthaber Lukaschenko im Jahr 1999 an den Ermordungen dreier oppositioneller Politiker beteiligt gewesen zu sein.
Der Prozess dreht sich um den Straftatbestand des gewaltsamen Verschwindenlassens, der seit 2017 im Schweizer Strafgesetzbuch verankert ist. Dieser Gesetzesartikel gründet auf einem Uno-Übereinkommen.
Das Kreisgericht Rorschach hatte den Beschuldigten im September 2023 in erster Instanz aufgrund widersprüchlicher Aussagen und aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Dagegen legten Angehörige der damals verschwundenen Politiker als Privatklägerinnen Berufung ein.
Der Prozess wird von zahlreichen Medien und NGOs verfolgt.










