An der Goldküste fahren bald «günstigere» Buschauffeure
Nach über 90 Jahren enden die AZZK-Busse an der Zürcher Goldküste. Ab Dezember fährt ein günstigerer Anbieter – Der Preis war entscheidend.

Das Wichtigste in Kürze
- Ab 12.12. übernimmt ein neuer Busbetrieb die sechs Linien zwischen Küsnacht und Zürich.
- Eurobus Welti-Furrer erhält für sechs Jahre 84,2 Millionen Franken für den Betrieb.
- Busfahrer verdienen bei Eurobus laut Kununu rund 8000 Franken pro Jahr weniger.
An der Zürcher Goldküste endet eine Ära. Am 12. Dezember fahren die Busse der Firma AZZK zum letzten Mal – nach über 90 Jahren. Der Familienbetrieb löst sich mangels Nachfolge auf.
Künftig steuert Personal der Firma Eurobus Welti-Furrer die Busse zwischen Küsnacht ZH und der Stadt Zürich.
Für sechs Jahre erhält das Unternehmen 84,2 Millionen Franken. In einer Ausschreibung setzte es sich gegen drei Mitbewerber durch. Das entscheidende Kriterium: Der Preis.
VBZ wollten Linien selbst betreiben
Eigentlich wollten die Verkehrsbetriebe Zürich, VBZ, die Linien selbst übernehmen, wie CH Media erfahren hat. Eine Ausschreibung war nicht geplant. Der Kanton Zürich lehnte das ab.
Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) unter Regierungsrätin Carmen Walker Späh finanziert die Aufwendungen der Verkehrsbetriebe und kassiert fast alle Einnahmen ein.
Die VBZ gelten dem Kanton als zu teuer, was wohl auch mit den Löhnen zusammenhängt. Laut dem Portal Kununu verdienen Busfahrerinnen und Busfahrer dort durchschnittlich 8000 Franken mehr pro Jahr als bei Eurobus Welti-Furrer.

Dazu kommen bessere Arbeitsbedingungen, die die Kosten weiter in die Höhe treiben.
ZVV: Kostensenkung ist Pflicht
Der ZVV weist die Kritik zurück. Man setze auf partnerschaftliche Zusammenarbeit, sagt Sprecher Thomas Kellenberger.
Gleichzeitig schreibt der Kantonsrat vor, dass der öffentliche Verkehr seine Kosten zu mindestens 60 Prozent selbst decken soll.

Die VBZ hätten aufgrund städtischer Vorgaben strukturell höhere Kosten – eine Ausschreibung sei daher «angezeigt» gewesen.
Allgemein gebe es im Verbund eine Kostenspannbreite von gut 20 Prozent zwischen den günstigsten und teuersten Anbietern. Mindestanstellungsbedingungen und das Arbeitszeitgesetz schützten das Personal, so der ZVV.
Nächste Ausschreibung schon gestartet
Doch selbst wer eine Ausschreibung gewinnt, kommt an seine Grenzen: Die Firma Limmat Bus betreibt Buslinien im Raum Dietikon ZH – und kündigte den Vertrag im November per Ende 2027.

Die Entschädigungen, die sie erhielt, deckten die aktuellen Kosten nicht mehr, wie sie begründete.
Die VBZ haben die neue Ausschreibung für den Raum Dietikon bereits gestartet. Gut möglich, dass erneut eine noch günstigere Firma den Zuschlag erhält.








