Die Alpen-Initiative hat ihre Forderung nach einem Verbot des Transports von gefährlichen Gütern über den Simplonpass erneuert. Sie verlangt vom Bundesrat, dass er das Verbot ab diesem Herbst durchsetzt.
Simplon
Ein Auto ist in Richtung Simplon unterwegs. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, veröffentliche die Alpen-Initiative am Mittwoch einen Animationsfilm, der ein mögliches Katastrophenszenario simuliert.

Im Video durchbricht ein Tanklastzug bei der Ganterbrücke das Sicherheitsgitter, stürzt in den Fluss Saltina und beginnt zu brennen. Seine Ladung mit giftigen Stoffen, in diesem Fall das krebserregende Epichlorhydrin, tritt aus und kontaminiert in kurzer Zeit ein grosses Gebiet vom Rhonetal bis zum Genfersee.

«Unser Katastrophenszenario ist realistisch», sagte Floriane Kaiser, Sprecherin der Alpen-Initiative der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage. Der Strassenabschnitt, auf dem der Unfall simuliert wurde, sei vom Bundesrat bereits als problematisch eingestuft worden, fügte sie hinzu.

2018 wurden rund laut Alpen-Initiative 13'468 Tonnen Epichlorhydrin über den Simplon transportiert. Täglich passieren 40 mit giftigen Produkten beladene Lastwagen den Pass. Die meisten dieser Fahrzeuge sind für die chemische Industrie im Wallis oder in der Genferseeregion bestimmt.

Gefahrguttransporte über den Simplonpass seien nicht mehr zeitgemäss, schreibt die Alpen-Initiative im Communiqué. Zu verheerend wären die Unfallfolgen für die Umwelt und die örtliche Bevölkerung. Die Alternative, diese Güter in Brig auf die Bahn Richtung Süden zu verladen, stehe längst bereit. Am Grossen Sankt Bernhard, dem Gotthard oder dem San Bernardino seien solche Transporte längst verboten.

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