Parlament

Aargauer Parlament will Gesetz für Kopftuchverbot an Volksschulen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Wohlen,

Die Aargauer Regierung muss ein Gesetz für ein Kopftuchverbot bei Volksschülerinnen bis zum 16. Altersjahr ausarbeiten. Der Grosse Rat hat eine entsprechende Motion aus den Reihen von FDP, EDU, Mitte und SVP überwiesen.

Bild mit Seltenheitswert: Die Walliser SVP will Kopfbedeckungen an öffentlichen Schulen verbieten.
Das Tragen eines Kopftuchs soll in Aargauer Schulen verboten werden. - Keystone

Das Parlament hiess die Motion am Dienstag mit 78 zu 54 Stimmen gut. SVP, FDP und Teile der Mitte-Partei stimmten nach einer hitzigen Diskussion für den Vorstoss. Der Regierungsrat lehnte den Vorstoss ab. Es gibt laut Regierungsrat rechtliche Hürden, verfassungsrechtliche Bedenken und die Rechtsprechung des Bundesgerichts.

Der Regierungsrat anerkenne, dass das Kopftuch Ausdruck von Unterdrückung sein könne, sagte Bildungsdirektorin Martina Bircher (SVP). Das Bundesgericht stellte laut Regierungsrat bereits 2015 in einem Leitentscheid klar, dass öffentliche Interessen wie die staatliche Neutralität, die Integrationsfunktion der Schule oder die Gleichstellung von Frau und Mann nicht ausreichen, um ein solches Verbot zu rechtfertigen.

Motionär Adrian Schoop (FDP) sagte, man habe jahrzehntelang für die Gleichstellung der Frau gekämpft, aber man sei bereit, immer mehr Kulturen zu importieren, welche diese einschränkten. Laut der Mitte geht es um den Schutz von Mädchen. Der Staat dürfe hier nicht einfach wegschauen.

Nach Ansicht der SVP hat das Kopftuch an der Schule nichts verloren. Der Kanton müsse im Notfall einen Rechtsstreit in Kauf nehmen. Kein Kind trage freiwillig ein Kopftuch, hielt die FDP fest. Alle Mädchen, egal welcher Herkunft, hätten ein Recht auf Freiheit.

Gemäss Ansicht der GLP geht das Verbot nur gegen den Islam. Kleidungsstücke anderer Religionen wie Kippas, auch für Jugendliche, sollten demnach nicht verboten werden. Die Motion verlange ein klar verfassungswidriges Verbot.

Es sei bereits jetzt klar, dass die Forderung rechtlich so nicht umsetzbar sei, betonte die SP. Ein Kleidungsverbot für eine ausgewählte Gruppe falle unter den Schutz vor Diskriminierung. Die Grünen wollten statt eines Verbot mehr Kinderschutz und Prävention. Symbolpolitik helfe den Betroffenen nicht.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4317 (nicht angemeldet)

Haben wir keine anderen Probleme??

User #5831 (nicht angemeldet)

Sehr gut - diese Menschen sind hierher gekommen und sollten dann unsere Gesetze und Gepflogenheiten akzeptieren und befolgen. Wir tolerieren ja auch ihre Religion und haben im Grossen und Ganzen keine Probleme damit. Es sei denn, das sich "Prediger" in deren Gebetshäuser, im Ton gegenüber uns und unserer Lebensart vergreifen.

Weiterlesen

Zürichsee Bootsfahrlehrer Pegel
131 Interaktionen
Zürisee-Pegel tief
Kater Max darf sein Streunerleben weiterführen und weiterhin Obdach bei Verena Beer (links) und Wanda Wolf geniessen. ⋌dag
7 Interaktionen
Amriswil TG

MEHR PARLAMENT

6 Interaktionen
Aarau
Köniz Parlament
3 Interaktionen
Köniz
Kino Corso
2 Interaktionen
Widerstand
X-tra
Stadt Zürich

MEHR AUS LENZBURG

Menziken AG
Menziken AG
Oberlunkhofen
Oberlunkhofen
Unterlunkhofen AG
Unterlunkhofen AG