Aargauer Faustball-Club organisiert WM und EM
Ende Juli gastiert in Reiden LU die Nachwuchs-Elite an der U18-WM. Parallel findet die EM der Frauen statt. Ein Aargauer Verein organisiert federführend.

Vom 23. bis 26. Juli duelliert sich auf der Sportanlage Kleinfeld in Reiden die Nachwuchs-Elite des Faustballsports an der U18-WM.
Parallel dazu findet die Europameisterschaft der Frauen statt. Ein doppeltes Spitzensport-Spektakel, federführend organisiert vom STV Vordemwald.
Faustball – für die einen ein Fremdwort, für andere gelebte Leidenschaft. Während Messi, Kane und Mbappé in Übersee die grossen Stadien füllen, fristet die traditionsreiche Rückschlagsportart hierzulande ein Nischendasein.
Nicht so in Vordemwald AG: Fast schon erinnert die Gemeinde an ein bekanntes, letztes gallisches Dorf, das der vermeintlichen «Fussballisierung» trotzt: Denn hier dominiert, neben dem Rollhockey, der Faustball.
Bindeglied und Ausgleich
Eine Passion, die auch Dario Flückiger in die Wiege gelegt wurde. Schon sein Grossvater versuchte mit der Faust den Ball geschickt ins gegnerische Feld zu buxieren.

Heute spielt er im STV Vordemwald in der zweithöchsten Liga (NLB) mit Familie- und Freunden.
Faustball ist mehr als nur Sport, wie der Bereichsleiter Marketing und Sponsoring im OK berichtet: «Es geht um das Spiel mit Freunden, darum, das Zwischenmenschliche zu pflegen und einen Ausgleich zum Beruf zu haben. Mit vielen in meinem Team spiele ich bereits von Kindesbeinen an zusammen.»
Seine Schwester Jennifer präsidiert gar den Verein, Bruder Luca Flückiger ist ebenso im Vorstand.
Internationale Verantwortung
Dem Ruf als regionales Faustballschwergewicht folgte die logische Konsequenz, zusammen mit dem Europa- und Weltverband die U18-WM der Männer und Frauen zu organisieren. Dazu kommt parallel die EM der Frauen.
Von einem Sprung ins kalte Wasser kann dabei aber nicht die Rede sein. «Der STV Vordemwald hat eine reiche Historie, Grossanlässe auf die Beine zu stellen», konstatiert Flückiger.
So könne man auch etwas der nächsten Generation weitergeben. Und was für eine Verantwortung der STV Vordemwald wahrnimmt: Alleine aus dem U18-Turnierbaum der Männer reisen neben europäischen Schwergewichten auch Brasilien, Indien, Neuseeland, Chile und Namibia an.
23 Teams an der Zahl, aus fünf Kontinenten. Auch das Teilnehmerfeld der U18-Frauen verspricht Spannung: Titelverteidiger Österreich bekommt es unter anderem mit Deutschland, der Schweiz, Tschechien, Italien, Brasilien, Chile und Dänemark zu tun.
Einen «Special-Guest» wird man bei der Frauen-EM begrüssen dürfen: Da es in Afrika keine Kontinentalmeisterschaft gibt, haben die Namibierinnen angefragt, ob sie an der EM teilnehmen dürfen.
«Sport soll für alle sein, deshalb ist es richtig cool, dass die Teilnahme Namibias an der EM klappt», so die Meinung der Verbände und des Organisators.
WM und EM als «Nebenjob»
«Die ganze Organisationsarbeit ist eigentlich ein Nebenjob», schmunzelt Flückiger, welcher seit zwei Jahren im Projekt «WM und EM» involviert ist. Der Betriebsökonom könne von Glück sprechen, einen flexiblen Arbeitgeber im Rücken zu haben.
Und trotzdem sei wenige Tage vor Auftakt doch noch Platz für Vorfreude da, auch wenn auf den letzten Metern immer noch Unerwartetes passiere. Aber inzwischen gehöre er auch zu den «alten Hasen», die sich schon einiges gewohnt seien.
Seit Freitag geht es übrigens ans Eingemachte: Dann wurde das Stadion Kleinfeld in Reiden übernommen. Eine Woche lang wird die ganze Infrastruktur aufgebaut.

Zuspruch für die Vordemwalder Kompetenz gibt es auch seitens des Weltverbandes IFA. «Die professionelle und strukturierte Planung der Organisatoren in Reiden ist bemerkenswert», sagt Sönke Spille, Head of Events und Competition Manager.
«Man spürt, mit wie viel Herzblut hier gearbeitet wird.»
Umfangreiches Rahmenprogramm
Neben spannenden Spielen erwartet die Besucher ein umfangreiches Rahmenprogramm, das den Eventcharakter unterstreicht.
Der Kids-Day am Donnerstag richtet sich gezielt an junge Sportbegeisterte und Familien. Auch der Biergarten hat bereits ab dem Donnerstag geöffnet.
Am Freitag an der Warm-Up-Party und am Samstagabend an der grossen Hau-Druf-Party sorgt ein DJ im Festzelt mit Barbetrieb für Partystimmung – der Eintritt zu den Abendveranstaltungen ist kostenlos und auch ohne Matchticket möglich.
So wird das Stadiongelände nicht nur zur sportlichen Bühne, sondern auch zum Treffpunkt für die gesamte Region.
Die Welt zu Gast bei Freunden
Wohl keine Bühne eignet sich mehr als Werbeplattform für den Sport, weiss auch Luca Flückiger, Bruder von Dario Flückiger und oberster «Tätschmeister» des OK.
«In unserer Region – natürlich mit Ausnahme von Vordemwald – wird nicht oft Faustball gespielt. Genau hier möchten wir ansetzen und zeigen, wie attraktiv unser Sport und wie familiär die Faustballgemeinde ist.»
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Zofinger Nachrichten» erschienen.








