Winterthur

    39 Grad Fieber: Betreuung vergisst krankes Kind in Winterthurer Hort

    Ein Horror-Szenario, das Eltern erschaudern lässt, wird in einem Winterthurer Hort Realität. Die Betreuung vergisst ein krankes Kind.

    krankes Kind
    Die Betreuung eines Winterthurer Horts vergass ein krankes Kind. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Betreuung eines Winterthurer Horts vergisst ein Kind mit 39 Grad Fieber.
    • Sämtliche Kinder werden nach der Betreuungszeit nach Hause geschickt – der Bub geht auf dem Sofa vergessen.
    • Die Stadt Winterthur, die den Hort führt, bestätigt den Vorfall und entschuldigt sich.

    Mikaela Spasova hat Stunden der Verzweiflung hinter sich. Als ihr Sohn gegen 17.45 Uhr noch nicht zu Hause war, fing sie an, sich Sorgen zu machen und aus der Sorge wurde langsam Angst.

    Verzweifelt suchte sie selbst, nahestehende Mütter und sogar die Polizei bis 19.30 Uhr nach ihrem Sohn. Das Kind verbrachte den Tag im Hort Zelgli in Winterthur. Erreichbar war an diesem Abend aber niemand mehr.

    «Wir haben mehrmals versucht, sowohl private Telefonnummern als auch die Telefonnummer des Horts anzurufen. Leider hat niemand unsere Anrufe entgegengenommen», schildert Mikaela Spasova in einem Beschwerdeschreiben an den Hort Zelgli.

    kidn krank eltern arbeiten
    Erreichbar war an diesem Abend im Hort niemand mehr. (Symbolbild) - Depositphotos

    Dort ging der Bub vergessen. Da er sich unwohl fühlte, erlaubte ihm die Betreuerin, sich auf das Sofa zu legen, wo er schliesslich eingeschlafen war.

    Nachdem die Betreuungszeit beendet war, schickte die Betreuerin alle anderen Kinder nach Hause, schloss ab und vergass den Buben auf dem Sofa.

    Kind hatte 39 Grad Fieber

    Während draussen intensiv nach ihm gesucht wurde, wachte der Bub im Hort auf. «Er war völlig verängstigt, hat geweint und ist anschliessend nach draussen gegangen», so die Mutter. Dort wurde er von den anderen Kindern gesehen, die bei der Suchaktion teilnahmen.

    «Zu diesem Zeitpunkt hatte er 39 Grad Fieber», so Spasova. Sie spricht von einem schwerwiegenden Vorfall, der bei der Familie grosse Angst und Verunsicherung hinterliess.

    Kind mit Thermometer
    Das Kind hatte 39 Grad Fieber. (Symbolbild) - Depositphotos

    «Besonders erschreckend finde ich, dass ich als Mutter nicht einmal darüber informiert wurde, dass mein Sohn Fieber hatte und es ihm nicht gut ging.»

    Leitung entschuldigt sich

    Die Stadt, die den Hort führt, bestätigt den Vorfall. «Das Team der betroffenen schulergänzenden Betreuung sowie die übergeordneten verantwortlichen Stellen bedauern diesen Vorfall ausserordentlich», heisst es auf Anfrage.

    Findest du, dass Horte besser erreichbar sein sollten, wenn ein Kind vermisst wird?

    Man habe sofort ein klärendes Gespräch mit der Familie gesucht, bei dem sich die Verantwortlichen für das Vorgefallene in aller Form entschuldigt hätten. Der Vorfall sei intern in allen Einzelheiten durchgesprochen worden, um zu sehen, wo der Fehler passiert war und ob zusätzliche Massnahmen nötig seien.

    «Da die internen Kontrollmechanismen seit Jahren sehr zuverlässig funktionieren, wird es primär darum gehen, diese noch konsequenter im Fokus zu haben und gemeinsam für deren Einhaltung zu sorgen.»

    Hinweis

    Dieser Artikel ist zuerst in der «Winterthurer Zeitung» erschienen.

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    Kommentare

    User #1857 (nicht angemeldet)

    Waren das keine Fachkräfte?

    User #3264 (nicht angemeldet)

    Unglaublich - unfähig! Andere Tätigkeit suchen.

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