1300 Leute wollen in Zürich McDonald’s-Filiale verhindern!
Die geplante McDonald’s-Filiale im Zürcher Steinfels-Areal stösst auf Widerstand. Über 1300 Personen haben eine Petition unterschrieben.

Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt Zoff um eine geplante McDonald’s-Filiale im Zürcher Steinfels-Areal.
- Mehr als 1300 Personen wehren sich mit einer Petition gegen das Projekt.
- McDonald’s will nach der Baubewilligung prüfen, ob Anpassungen nötig sind.
Der Widerstand gegen die geplante McDonald’s-Filiale im Steinfels-Areal wächst. Nachdem sich Anwohnerinnen und Anwohner bereits im August gegen das Projekt formiert hatten, läuft inzwischen auch eine Petition auf der Plattform Campax, die Mitte September die Marke von 1000 Unterschriften geknackt hat.
Inzwischen haben mehr als 1300 Personen die Petition unterzeichnet. Geplant ist die neue Filiale an der Heinrichstrasse 267L, unmittelbar beim Kino Abaton. Vorgesehen sind 161 Sitzplätze sowie McCafé, Take-away und McDelivery.
Rund 65 Mitarbeitende sollen in der Filiale beschäftigt werden, etwa zwei Drittel davon in Teilzeit. Kundenparkplätze sind keine vorgesehen, dafür zwölf Veloabstellplätze.
Besonders umstritten sind die geplanten Öffnungszeiten: Von Sonntag bis Mittwoch soll das Lokal bis 2 Uhr nachts geöffnet sein, am Donnerstag bis 4 Uhr sowie am Freitag und Samstag bis 6 Uhr morgens.
Dagegen richtet sich nun die Petition der IG Steinfels-Areal. Sie fordert die Vermieterin auf, einen «quartierverträglichen Mieter» zu suchen. Gleichzeitig verlangt sie von der Stadt, das Baugesuch nicht zu bewilligen und keine Betriebsbewilligung zu erteilen.

Die Gegnerinnen und Gegner befürchten vor allem zusätzlichen Lärm, Verkehr und Abfall. Kritisiert wird insbesondere, dass sich das ehemalige Industrieareal längst zu einem gemischt genutzten Stadtquartier mit Wohnungen, Schulen, Kinderkrippen, Gewerbe und Freizeitangeboten entwickelt habe.
Im selben Gebäude befinde sich eine Schule und eine Primarschule mit Kindergarten liege rund 100 Meter entfernt. Auch der nächtliche Lieferverkehr bereitet der IG Sorgen. Lastwagen, Lieferdienste und die Abfallentsorgung könnten die Belastung für die Nachbarschaft zusätzlich erhöhen. Die Initianten führen zudem mögliche Geruchsemissionen und Littering ins Feld.
«Ein neues Restaurant in der Nachbarschaft kann generell Fragen aufwerfen, auch wenn schon zuvor in der Liegenschaft ein Gastronomiebetrieb geführt wurde», sagt die Medienstelle von McDonald's Schweiz. «Fragen und Reaktionen zu einem Baugesuch gehören zum normalen Prozess. Wir haben frühzeitig und offen über das Projekt informiert. Dabei haben wir auch viele positive Rückmeldungen erhalten.»
Die Grösse des geplanten Restaurants im Steinfels-Areal entspreche jener eines durchschnittlichen McDonald’s-Restaurants in der Schweiz.
Das Baugesuch beinhalte ein umfassendes Anti-Littering-Konzept, das bereits an mehr als 190 Standorten in der Schweiz erfolgreich umgesetzt werde, betont das Unternehmen. Zu diesem Konzept gehören weniger Verpackungen, zusätzliche Abfallkübel und tägliche Aufräumtouren rund um die Restaurants.
«Auf diesen mit den Behörden abgestimmten Touren sammeln unsere Teams auch Abfälle anderer Anbieter ein und entsorgen sie fachgerecht. Dafür investiert das Unternehmen jährlich 90’000 Arbeitsstunden.» Wie andere Gastronomiebetriebe halte sich McDonald’s Schweiz an die geltenden gesetzlichen Vorgaben.
«Die im Baugesuch genannten Öffnungszeiten bilden den entsprechenden Rahmen ab. Die tatsächlichen Öffnungszeiten stimmen wir auf den Standort und sein Umfeld ab, und sie sind in der Praxis kürzer: Unter der Woche schliessen die Restaurants in der Regel früher. Am Wochenende können sie etwas länger geöffnet sein, da im Kreis 5 dann generell mehr Betrieb herrscht.»
McDonald's Schweiz nehme «die geäusserten Anliegen ernst». «Wir haben die eingegangenen Rückmeldungen sorgfältig geprüft.» Das Baugesuch befindet sich derzeit noch immer im Bewilligungsverfahren. «Nach Erhalt der Baubewilligung werden wir die entsprechenden Auflagen prüfen und bei Bedarf Anpassungen vornehmen.»
Warten auf Entscheid
Ebenfalls noch nicht entschieden ist derweil der Streit um die geplante McDonald’s-Filiale am Limmatquai. Das Baurekursgericht hob die Baubewilligung im April auf. McDonald’s zog den Entscheid im Mai ans Verwaltungsgericht weiter.
Gemäss Verwaltungsgericht ist das Verfahren noch hängig. Es sei noch nicht abschätzbar, wann es spruchreif sein wird.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst im «Tagblatt Zürich» erschienen.








