So werden Berner Wohnungen zum Leben erweckt
Der BärnerBär ist zu Besuch beim Berner Einrichtungshaus Teo Jakob und erlebt, wie Innenarchitektur Räume zum Leben erweckt.

Papier, oder etwas moderner: Webseiten, sind geduldig. Und Werbetexter erfinderisch. Manchmal aber hält eine Aussage, was sie verspricht.
Zwar konnte sich der BärnerBär nicht so recht vorstellen, wie Teo Jakob Räume zum Leben erwecken will, hat es bei einem Besuch vor Ort dann aber tatsächlich erlebt.
Bern ist ja bekanntlich ein Dorf und wer hier wohnt, kennt auch Teo Jakob. Oder, um genau zu sein, er hat zumindest das Gefühl, dieses Geschäft zu kennen.
Das Möbelgeschäft mit den teuren Designermöbeln, sagen insbesondere jene, die noch gar nie dort waren.

«Es stimmt, dass wir Möbel von verschiedenen Designern verkaufen. Aber das ist nur ein Teil von uns. Unsere Spezialität sind ganzheitliche Konzepte, mit Hilfe derer wir Räume zum Leben erwecken», sagt Simon Flückiger, CEO von Teo Jakob.
Was das genau heisst, werden wir etwas später erfahren.
Blick in die Geschichte
Zunächst sitzen wir uns im ehemaligen Wohnzimmer der Familie Jakob gegenüber. Hier, im ersten Stock und mit Blick auf die Junkerngasse, wohnte klein Teo mit seiner Familie. Der Vater betrieb im Erdgeschoss ein Polster- und Tapeziergeschäft.
Vor 75 Jahren, also 1950, übernahm Teo Jakob den Betrieb und begann ihn von Grund auf zu verändern: Weg von klassischer Polster- und Tapezierware – hin zu modernen, funktionalen Möbeln, Bauhaus-Ikonen und avantgardistischem Design aus Skandinavien und Italien.
Damit legte er den Grundstein für das, was heute das Einrichtungshaus Teo Jakob ist.
Möbel und Kunst
Er traf damit den Nerv der Zeit, war erfolgreich und gründete in der gesamten Schweiz Niederlassungen. Und weil er sich genauso für Kunst begeisterte wie für Möbel, entstanden parallel dazu Freundschaften mit unterschiedlichen Künstlern.
Diese waren oft begleitet von kreativen Tauschgeschäften: ein Bild gegen ein Sofa, ein Werk gegen eine Lampe. Als Teo Jakob sich immer wieder über das dunkle Treppenhaus nervte, griff Alfred Hofkunst kurzerhand zu Farbe und Pinsel und bemalte dessen Wände.

Als Gegenleistung durfte er eine Zeit lang gratis in Teos Dachwohnung leben. Noch heute umfasst die Kunststiftung von Teo Jakob rund 500 Werke, die Wände und Räume an den verschiedenen Standorten schmücken.
Das Gebäude an der Gerechtigkeitsgasse, das spürt man rasch, ist mehr als ein Geschäft. Es ist die eigentliche DNA von Teo Jakob.
Besichtigung eines Stadthauses
Und in diesem Vermächtnis sieht Simon Flückiger auch einen Auftrag: Die Räume, insgesamt acht Wohnungen, sollen nicht nur eingerichtet, sondern inszeniert werden. Die Menschen sollen hier frei zirkulieren, sich inspirieren lassen können.
Weniger als in einem Laden, sondern eher wie in einem kreativen Museum. «Es soll ein Ort der Entdeckung sein», sagt Simon Flückiger.
«Wann hat man schon Gelegenheit, ein Berner Stadthaus von innen zu sehen? Den Grundriss der Wohnungen zu erleben und zu spüren, wie man beispielsweise aus schmalen, langen Räumen gemütliche Oasen schaffen kann.»
Vom Gewölbekeller bis in den Dachstock entfaltet sich hier somit ein kostenlos zugänglicher Weg, der zeigt, wie Gestaltung wirkt. Offen für alle Bernerinnen und Berner, auch wenn gar kein Möbelkauf ansteht.
Licht heisst Leben
Wir folgen Simon Flückiger in die vordere Wohnung, die erst vor kurzem komplett neu entworfen wurde. Hier wird ersichtlich, was Teo Jakobs Innenarchitektur-Abteilung mit hochwertigen Raumlösungen, beispielsweise in einem Altbau, bewirken kann.
Zunächst ist es nur ein hübsch eingerichteter Wohnraum. Schaltet man das Licht an, passiert genau das, was der Geschäftsleiter zuvor beschrieben hat: Der Raum wird lebendig.

Hier ein gezielter Schattenwurf, da ein Lichtspiel an der Wand, die Schranktüren, deren Oberflächen dreidimensional wirken und eine Ecke, zunächst dunkel und tot, die nun mit warmem Licht einladend und gemütlich wirkt.
Ein weiteres wichtiges Element im Raum ist auch der Esstisch. An seinem Beispiel erklärt Simon Flückiger, wie er und sein Team arbeiten: «Wir wollen wissen, wie jemand lebt. Wie die Wände beschaffen sind, der Boden, die Fenster. Wie sich der Alltag dieses Menschen, dieser Familie anfühlt. Erst dann können wir etwas empfehlen.»
Denn die Architektur eines Hauses oder einer Wohnung sei genauso wichtig wie die Möbel darin. Die Oberflächen, die Materialien und immer wieder: das Licht. Auch die Temperatur, ergänzt er. «Ist es zu kalt, fühlt man sich nie wirklich wohl.»
Mein Lieblingsstück
Grundsätzlich gehe es nicht darum, die gesamte Einrichtung auszutauschen. Manchmal reicht ein einziges, besonderes Stück, sagt Flückiger.
Ein Designer-Stuhl, ein spezieller Holz-Tisch, eine ausgefallene Leuchte und plötzlich findet ein Raum seine Balance.

«Einrichtung ist eine Haltung», sagt er. «Es geht weniger darum, Trends nachzujagen, sondern darum, eine stimmige, persönliche Umgebung zu schaffen, die zu einem passt.»
Dazu gehöre beispielsweise auch die Nachhaltigkeit: Viele Stücke von Teo Jakob könne man vererben, weil sie so langlebig seien. Und weil es immer Ersatzteile gebe, lasse sich vieles reparieren. «Wir können sogar nach Jahrzehnten noch die passenden Leuchtmittel liefern.»
Nicht nur sehen, auch spüren
Nachdem wir im ausgebauten Dachstock mit Terrasse die Sicht aufs Münster bewundert haben, steigen wir hinunter in den Musterraum. Hier gibt es Muster von allen Materialien, seien es Stoffe, Holz- oder Steinarten, die man hier anschauen oder, was viel wichtiger ist, anfassen kann.
«Menschen müssen Dinge befühlen können, sonst fehlt eine wichtige Komponente.» Gerade auch Stühle sollte man unbedingt ausprobieren, bevor man sich für ein Modell entscheidet.
«Online geht das nicht», ist Simon Flückiger überzeugt. Im Keller des Hauses sind denn auch unzählige Sitzgelegenheiten ausgestellt. Fast wie in einem Theater, schön in Reih und Glied.
«Einer meiner Lieblingsstühle», sagt der CEO mit einem Schmunzeln und setzt sich schwungvoll auf eines der Modelle.
Viel Business-Erfahrung
Was viele nicht wissen: Auch Geschäftsräume gehören zum Wirkungsfeld von Teo Jakob. Über die Hälfte seines Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit Business-Konzepten.
«In einer Zeit, in der viele Produkte und Dienstleistungen austauschbar geworden sind, wird das eigenständige Erscheinungsbild eines Unternehmens zum Erfolgsfaktor», weiss Flückiger aus Erfahrung.
«Geschäftsräume sind die physische Visitenkarte des Unternehmens. Sie schaffen Sympathie und Vertrauen, transportieren seine Kultur nach aussen. Stimmige, bewusst eingerichtete Räume erhöhen ausserdem auch das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Und Mitarbeitende, die sich wohlfühlen, sind nicht nur motivierter, sondern auch gesünder», bringt er seine Erkenntnisse auf den Punkt.

Seit über 40 Jahren gehört denn auch eine grosse USM-Abteilung zum Angebot. Ausserdem plant Teo Jakob oft mit einem modularen System, mit welchem Räume strukturiert werden können.
Flexible Zonen, die an einem Tag aufgebaut sind und zu Sitzungszimmern, abgeschlossenen Büros oder Telefonräumen gestaltet werden können. Schalldämmende Wände oder Vorhänge sorgten zusätzlich dafür, dass man sich auch in einem Grossraumbüro rundum wohlfühle.
Vorbeikommen und erleben
Unser Leistungsversprechen ist klar: «Wir wollen Räume wecken und erkennen, wie ein Raum genutzt werden soll, um das Optimum herauszuholen», fasst Simon Flückiger zusammen. Am Ende gehe es immer darum, dass Menschen sich wohlfühlen.
«Wir kümmern uns um das Schöne im Leben», sagt Simon Flückiger und man spürt die Leidenschaft für seine Arbeit. «Wir können damit leider keine Kriege beenden, aber wir können im Kleinen etwas fürs Wohlbefinden tun.»








