Frankfurt: Weit mehr als Banken und Hochhäuser
Frankfurt wird immer wieder auf das Bahnhofsviertel und als Finanzplatz reduziert – zu Unrecht. Denn die Stadt am Main präsentiert sich überraschend vielfältig.

Das Wichtigste in Kürze
- Frankfurt wird oft nur als Finanzmetropole wahrgenommen.
- Die Stadt am Main hat aber einiges zu bieten.
- Wir stellen sieben Erlebnisse in Frankfurt vor.
Verschiedene Viertel, schmucke Wasserhäuschen, ein Stadtwald, ungewöhnliche Aussichtspunkte und kulinarische Traditionen: Wer hinter die Kulissen von Frankfurt am Main guckt, trifft auf jede Menge Highlights. Umso mehr lohnt sich eine Städtereise.
Wasserhäuschen: Auf einen Drink mit den Einheimischen
Trinkhalle, Büdchen oder Kiosk? In Frankfurt heissen sie Wasserhäuschen. Seit mehr als 150 Jahren gehören sie zur Stadtkultur. Entstanden sind sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts als Verkaufsstellen für künstlich hergestelltes Mineralwasser.

Zeitweise gab es bis zu 800 davon, heute sind es noch rund 200. Längst bekommt man dort nicht mehr nur Wasser. Die kleinen Häuschen sind vor allem Treffpunkte in den Quartieren, an denen man etwas trinken und mit der Nachbarschaft ins Gespräch kommen kann.
Beispiele sind das Nox, das Fein in den Wallanlagen oder das Gudes am Matthias-Beltz-Platz.
Goetheturm: Der beste Blick über die Stadt
Wer Frankfurt von oben erleben möchte, muss dafür nicht zwingend auf einen Wolkenkratzer. Mitten im Sachsenhäuser Stadtwald steht der 43 Meter hohe Goetheturm.

Allerdings braucht es etwas Muskelkraft, denn bis zur Aussichtsplattform sind 196 Stufen zu bewältigen. Oben angekommen, reicht der Blick über die Frankfurter Skyline bis zu den Taunusgipfeln, zum Spessart und Odenwald. Der heutige Holzturm steht seit 2020 an dieser Stelle, nachdem sein Vorgänger 2017 durch Brandstiftung zerstört wurde.
Am Fuss des Turms befindet sich zudem der drei Hektar grosse Waldspielpark Goetheturm mit einem Irrgarten.
Kleinmarkthalle: Kulinarischer Genuss
Wer Frankfurt kulinarisch kennenlernen möchte, sollte auch einen Abstecher in die Kleinmarkthalle einplanen. Auf 1500 Quadratmetern bieten 156 Marktstände Lebensmittel, Blumen, Kräuter, Gewürze und weitere Produkte an. Dabei treffen Spezialitäten aus der Region auf Delikatessen aus aller Welt.
Sollte sich beim Rundgang der Hunger bemerkbar machen, kann man an den verschiedenen Ständen direkt vor Ort etwas essen. Natürlich findet sich hier auch eine kleine Apfelweinwirtschaft.
Neue Altstadt: Auf Zeitreise
Zwischen Dom und Römerberg lässt sich erleben, wie Frankfurt seine Geschichte neu interpretiert hat. Seit 2018 bildet die Neue Altstadt wieder eine lebendige Mitte. Insgesamt entstanden dort 35 Gebäude neu, 15 davon als detailgetreue Rekonstruktionen historischer Häuser.

Der Grund: Die mittelalterliche Altstadt wurde im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Heute treffen historische Fassaden und moderne Neubauten auf engem Raum aufeinander. Dazu kommen Cafés, Restaurants und kulturelle Einrichtungen.
Apfelwein: Eine Frankfurter Spezialität
Wer in die Frankfurter Ess- und Trinkkultur eintauchen möchte, kommt am Apfelwein kaum vorbei. Besonders präsent ist das «Stöffche», wie der Apfelwein umgangssprachlich genannt wird, in den traditionellen Lokalen von Sachsenhausen. Serviert wird er stilecht aus dem Bembel, einem typischen Steinkrug, und getrunken aus dem «Gerippten», einem Glas mit Rautenmuster.

Zum Apfelwein passen Frankfurter Klassiker wie Handkäs mit Musik oder Grüne Sosse. Letztere besteht traditionell aus sieben Kräutern: Schnittlauch, Petersilie, Kerbel, Borretsch, Sauerampfer, Pimpinelle und Kresse.
Velotaxi: Frankfurt entspannt erkunden
Bequem sitzen, frische Luft geniessen und gleichzeitig etwas von der Stadt sehen: Das verbindet eine Fahrt mit dem Velotaxi. Zwei Passagiere finden in einem der Fahrradtaxis Platz. Und so kann man entweder eine individuelle Strecke wählen oder an einer thematischen Tour teilnehmen.
Die Klassiker-Route führt beispielsweise an Börse, Römer, Dom, Mainufer und Hauptwache vorbei. Wer sich stärker für Stadtentwicklung interessiert, kann Frankfurt wiederum gemeinsam mit einer Stadtplanerin erkunden und dabei nachhaltige Bauprojekte sowie Quartiere im Wandel kennenlernen.
Quartiere: Die vielen Gesichter Frankfurts
Frankfurt besteht aus nicht weniger als 43 Stadtteilen. Viele davon zeigen eine ganz andere Seite der Finanzmetropole. In Sachsenhausen gehören Apfelweinlokale ebenso zum Stadtbild wie kleine Cafés und inhabergeführte Geschäfte im Brückenviertel.

Im Ostend lässt es sich im Hafenpark direkt am Main spazieren, entspannen oder Sport treiben. Dabei hat man das imposante Gebäude der Europäischen Zentralbank im Blick. Nordend und Bockenheim wiederum stehen für Gründerzeitfassaden, viel Grün sowie zahlreiche Cafés, Restaurants und Geschäfte.
Und wer noch weiter hinausfährt, trifft in Höchst auf Fachwerkhäuser, Schloss und Bolongaropalast.
Anreise: Bequem mit dem Zug nach Frankfurt
Wer nach Frankfurt will, kann bequem und erst noch umweltfreundlich mit dem Zug anreisen. Aus der Schweiz gibt es täglich mehrere umsteigefreie Verbindungen. Die Fahrt ab Basel dauert rund drei Stunden, ab Zürich gut vier Stunden.












