Weniger Gasimport dank Abfall

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Brugg,

Mit Abfällen wie Holz oder Klärschlamm könnte die Schweiz einen grossen Teil ihres Gases selbst produzieren und so unabhängiger von den Weltmärkten werden. Dies geht aus einer Studie unter der Leitung des Paul Scherrer Instituts (PSI) hervor.

Holz-Schnitzel (Symbolbild).
Holz-Schnitzel (Symbolbild). - Nau.ch / Ueli Hiltpold

Rund ein Viertel bis die Hälfte des künftigen Gasbedarfs liesse sich aus heimischen Quellen decken, teilte das PSI am Donnerstag mit. Die Studie sei im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) erstellt worden. Voraussetzung für die Reduktion der Importabhängigkeit sei aber, dass der Gasbedarf generell sinke.

Die Autorinnen und Autoren der Studie gehen davon aus, dass der gesamte Gasbedarf des Landes durch die Umstellung auf effizientere Technologien wie Wärmepumpen ohnehin stark sinken wird. Eine vollständige Unabhängigkeit beim Gas sei zwar nicht erreichbar. «Aber wir können die heutige extreme Abhängigkeit deutlich reduzieren», liess sich der Chemieingenieur Tilman Schildhauer vom PSI zitieren.

Auch in Zukunft werde für viele Prozesse aber Gas benötigt, hiess es weiter. Dazu zählten Gaskraftwerke, die bei Engpässen in der Stromversorgung einspringen müssten. Auch viele Hochtemperaturprozesse sowie Verfahren in der chemischen und pharmazeutischen Industrie seien weiterhin auf Gas angewiesen.

Für die Energiegewinnung müssten keine Pflanzen angebaut werden, so die Forschenden weiter. Das Potenzial liege in Stoffströmen, die sich nicht anders verwerten liessen. Als Biomasse kämen Holzreste, Grünabfälle oder Klärschlamm infrage. Diese stünden nicht in Konkurrenz zur Produktion von Nahrungs- oder Futtermitteln.

Um die vorhandene Biomasse intelligent zu nutzen, sei eine Betrachtung des Gesamtsystems entscheidend. Es sei wenig sinnvoll, transportierbares Holz für die Warmwassererzeugung zu nutzen, wenn ein Industriebetrieb dieses für Hochtemperaturprozesse benötige. Grosse, zentrale Anlagen seien kleinen vorzuziehen. Bei grossen Holzvergasern lasse sich ein reines Produktgas erzeugen, das sich gut für die sogenannte Methanisierung eigne. Dabei wird das Gas in Biomethan umgewandelt, das direkt in das bestehende Gasnetz eingespeist werden kann. Der technische Reifegrad der dafür nötigen Anlagen sei bereits hoch, so das PSI.

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