Sport mobilisiert gezielt Stammzellen

Keystone-SDA
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Basel,

Sport könnte die Spende von Blutstammzellen verbessern. Eine Basler Studie zeigt: Intensive Belastung setzt zwar weniger, aber gezielter für eine Transplantation günstige Stammzellen frei als Medikamente.

Stammzellen
Wie eine Basler Studie zeigt, könnte Sport die Spende von Blutstammzellen verbessern. - keystone

Forschende der Universität Basel verglichen in einer Pilotstudie erstmals direkt bei denselben Personen die Wirkung von intensivem Training mit jener eines Medikaments zur Mobilisierung von Blutstammzellen, wie die Universität Basel am Dienstag mitteilte. Die Studie umfasste zehn Spenderinnen und Spender, die kurz vor einer Spende für Familienangehörige standen.

Das Resultat: Die Behandlung mit dem Wirkstoff G-CSF führte zu einem 20- bis 50-fachen Anstieg der Stammzellen im Blut. Eine intensive Einheit auf einem Velo-Ergometer erhöhte deren Zahl hingegen nur moderat auf das Anderthalb- bis Zweifache. Zudem stieg die Konzentration der Zellen nach dem Training innerhalb von Minuten an und sank rasch wieder ab, während der Effekt des Medikaments erst nach Tagen einsetzte.

Dafür zeigte die körperliche Belastung einen gezielteren Effekt auf die Zusammensetzung der mobilisierten Zellen. Sie löste insbesondere solche Zellen aus ihrer Verankerung, die als günstig für eine erfolgreiche Transplantation gelten. Dazu zählten etwa Vorläuferzellen von Blutplättchen und weniger ausgereifte Stammzellen.

Die Forschenden sehen körperliche Belastung deshalb nicht als Ersatz, sondern als mögliche Ergänzung zur medikamentösen Behandlung. Eine Kombination beider Massnahmen sei vielversprechend.Die Studie liefert aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl erst Hinweise, die weitere Untersuchungen bestätigen müssen.

Eine Folgestudie, bei der G-CSF und Training gleichzeitig angewendet werden, sei in der Schweiz aus ethischen Gründen aber nicht durchführbar. Es sei unklar, ob das Training die Nebenwirkungen des Medikaments verschlimmern könnte. Die Studienleiterin wies jedoch darauf hin, dass Bewegung die Nebenwirkungen möglicherweise sogar verbessern könnte. In England laufe bereits eine Studie, welche die Kombination untersuche.

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