Saharastaub-Belastung steigt stark – vor allem in Ferienorten

Aaron Studer
Aaron Studer, Keystone-SDA

Baden,

Eine neue Studie zeigt, dass die Feinstaubkonzentration in der Luft ansteigt. Betroffen ist vor allem Südeuropa – Schweizer Urlauber sollten sich informieren.

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Kasper Dällenbach, der Leiter der Studie, erläutert, wie es zu dem Feinstaubaufkommen kommt. - youtube/@PaulScherrerInstitut

Das Wichtigste in Kürze

  • Südeuropa verzeichnet laut einer neuen Studie die stärkste Zunahme von Saharastaub.
  • Die gute Nachricht: Die Schweiz liegt abseits der Staubrouten.
  • Dennoch sollten sich alle in Acht nehmen.

Ausgerechnet in beliebten Ferienländern von Schweizerinnen und Schweizern nimmt die Belastung mit Saharastaub zu.

Eine neue Studie des Paul Scherrer Instituts (PSI) zeigt, dass vor allem Südeuropa betroffen ist.

Die Studie hat Messdaten aus ganz Europa ausgewertet. Kaspar Dällenbach, Leiter der Studie, sagt: «Typischerweise ziehen etwa 50 solcher Sahara-Stürme pro Jahr über Europa hinweg.»

Saharastaub oder Feinstaub ist ein Begriff aus der Luftqualitätsmessung. Er bezeichnet winzige Partikel in der Luft, die so klein sind, dass man sie einatmet.

Die Zahlen sind deutlich: In Südeuropa liegt die durchschnittliche Staubbelastung bei 5,3 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Mittel- und Nordeuropa.

Feinstaub
Auf der rechten Seite ist die Feinstaubkonzentration in einem Farbverlauf dargestellt. Im südlichen Europa ist sie mehr als doppelt so hoch wie in Nord- oder Mitteleuropa. - www.nature.com/PSI

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt einen Jahresgrenzwert von 15 Mikrogramm. Der Wüstenstaub allein macht also fast ein Drittel davon aus.

Die Wüstenstaubmenge ist demnach in den vergangenen zehn Jahren um zehn bis 25 Prozent gestiegen.

Daten aus Eisbohrkernen aus den Alpen zeigten zudem, dass sich die Belastung über die vergangenen 150 Jahre verdoppelt hat.

Die Schweiz liegt abseits der Hotspots

Für die Schweiz zeigt sich ein etwas anderes Bild: Hier ist die Staubbelastung im Messzeitraum sogar leicht zurückgegangen. Dällenbach erklärt das gegenüber SRF so: «Die Schweiz liegt etwas abseits der Haupttransport-Routen des Staubs.»

Die Alpen würden als Barriere wirken. Somit blockieren die Berge demnach einen Teil des Staubs, der aus dem Süden kommt.

Der Feinstaub kann gesundheitliche Probleme beim Menschen hervorrufen. Vor allem bereits erkrankte Personen sollten aufpassen.

Insbesondere Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen sowie ältere Menschen sind gefährdet. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass an Tagen mit viel Wüstenstaub in der Luft mehr Menschen sterben. Sie sterben an Herzinfarkten oder haben Probleme mit dem Atmen.

Laut dem Umweltforscher sind jedoch letztlich alle betroffen – auch nördlich der Alpen.

Staubbelastung trifft Südeuropa am stärksten

Am stärksten zeigt sich die Zunahme laut PSI in Süditalien und im östlichen Mittelmeer. Im Zeitraum zwischen 2012 und 2021 stieg die Belastung dort um mehr als 0,15 Mikrogramm pro Kubikmeter und Jahr.

Der Trend reicht aber weit über Südeuropa hinaus. Schwächere Zunahmen wurden bis nach Skandinavien gemessen.

Spürst du den Feinstaub in der Luft?

Eine wichtige Erkenntnis der Studie: Es gibt nicht mehr Staubereignisse als früher. Die einzelnen Ereignisse sind aber heftiger geworden.

Als Hauptursache nennen die Forschenden veränderte Windmuster. Das bedeutet, dass der Wind Staub aus der Sahara häufiger und in grösseren Mengen nach Europa trägt. Denn: Wüstengebiete wie die Sahara dehnen sich im Zuge des Klimawandels aus.

Was kann man tun?

Als Prophylaxe vorgeschlagen werden Warnsysteme, wie sie bereits für städtischen Feinstaub oder Pollenflug existieren. Somit kann man die Bürger rechtzeitig über ihre Smartphones warnen.

Wer gesundheitlich vorbelastet ist, könnte an solchen Tagen dann körperliche Aktivitäten im Freien einschränken und möglichst in Innenräumen bleiben.

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Kommentare

Meinungsfreiheit

Fliegen auch Kamele in die Schweiz? Nur Staub ist langweilig.

User #2934 (nicht angemeldet)

Die Staubbelastung in der Schweiz hat also abgenommen, was keine Meldung oder einen Titel wert war. Alles klar.

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