ZHAW-Forschende haben ein neues Material entwickelt, mit dem sich CO2 aus der Luft bei tieferen Temperaturen abscheiden lässt als bisher.
Die ZHAW-Forscherin Rebecca Buller entwickelt gemeinsam mit ihrem Team effiziente plastikfressende Enzyme im Labor.
Die ZHAW-Forscherin Rebecca Buller entwickelt gemeinsam mit ihrem Team effiziente plastikfressende Enzyme im Labor. - sda - ZHAW

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschende der ZHAW haben ein Material entwickelt, dass CO2 abscheiden kann.
  • Von dieser Technologie berichten sie im Fachmagazin «Energy & Fuels».

ZHAW-Forschende haben ein neues Material entwickelt, mit dem sich CO2 aus der Luft bei tieferen Temperaturen abscheiden lässt als bisher. Von dieser Technologie berichten sie im Fachmagazin «Energy & Fuels».

Ein Puzzlestück im Kampf gegen die vom Menschen verursachte globale Klimaerwärmung könnte sein, das klimawirksame Gas CO2 gar nicht erst in die Atmosphäre gelangen zu lassen, sondern aus Industrieabgasen abzuscheiden oder direkt aus der Luft zu binden.

Anschliessend könnte das CO2 in eine Lagerstätte transportiert und dauerhaft unterirdisch eingelagert oder beispielsweise zu synthetischen Treibstoffen verarbeitet werden.

An Materialien, mit denen sich das CO2 abscheiden lässt, tüfteln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Ein besonderes Interesse gilt dem Molekül Polyethylenimin (PEI), das CO2 bei Raumtemperatur aufnehmen und zwischen 70 und 100 Grad wieder abgeben kann, um es zurück zu gewinnen. Aufgrund der hohen Temperaturen ist der Prozess allerdings energieintensiv.

CO2 bereits bei 50 Grad Celsius gelöst

Die Forschenden der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) um Daniel Meier und Nobutaka Maeda entwickelten nun ein Hybridmaterial aus PEI und einer ionischen Flüssigkeit, wie die ZHAW am Donnerstag mitteilte. Dieses Material löste das CO2 im Labor bereits bei 50 Grad Celsius.

Die Hochskalierung der Technologie berge neben technischen Herausforderungen aber auch ökonomische Hürden, erklärte Meier auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Tatsache, dass der CO2-Gehalt der Atmosphäre reduziert werden müsse und das abgeschiedene CO2 auch eine Ressource für wertvolle chemische Produkte sein könne, werde die Technologieentwicklung für das Abfangen von CO2 aber beschleunigen, ist er überzeugt. Experimente in der freien Natur mit dem neuen Material seien derzeit aber keine geplant.

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