Mit Drohnen überwachen Forschende die Gesundheit des Waldes

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Regensdorf,

Mit Drohnen spüren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Schweizer Wäldern gestresste Bäume auf. Diese neue Überwachungsmethode soll sichtbar machen, wie einzelne Baumarten auf Hitze und Wassermangel reagieren.

Mit einer neuen Messmethode können Forschende gestresste Bäume aus der Luft erkennen. (Symbolbild)
Mit einer neuen Messmethode können Forschende gestresste Bäume aus der Luft erkennen. (Symbolbild) - KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER

Zunehmende Hitze und Trockenheit stellen die Wälder vor grosse Herausforderungen. Um deren Widerstandsfähigkeit zu erhöhen, müssen Forstfachleute wissen, wie einzelne Baumarten auf Wassermangel reagieren, wie die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) in einer Mitteilung vom Montag erklärte.

Bisher waren solche Untersuchungen aufwendig und meist nur für einzelne Bäume möglich. Untersuchungen mit Drohnen sollen dies ändern.

Um den Trockenstress aus der Luft zu erkennen, setzte ein Forschungsteam der WSL Drohnen mit sogenannten Multispektralkameras ein. Diese können auch für das menschliche Auge unsichtbare Bereiche des Lichtspektrums aufnehmen.

Die Kameras zeichnen ein spezielles Pigment auf, das Bäume bei Trockenheit produzieren, um ihre Blätter vor übermässiger Sonneneinstrahlung zu schützen. «So können wir erkennen, ob ein Baum akut unter Stress steht, noch bevor Schäden von Auge wahrnehmbar sind», wird die WSL-Geografin Petra D’Odorico im Communiqué zitiert.

Nun hat das Forschungsteam um D'Orica die Methode der Fachwelt in der neuesten Ausgabe des Fachblatts «Agricultural and Forest Meteorology» vorgestellt. Erstmals getestet hat es die Methode im Hitzesommer 2023 in einem Mischwald in Hölstein BL.

Dabei beobachtete das Team unterschiedliche Reaktionen auf die Trockenheit. «Wir konnten beispielsweise beobachten, dass sich Eichen schneller von einem heissen Vortag erholen als andere Baumarten», erklärt D’Odorico. Ein anderes Verhalten zeigten Nadelbäume: Sie zeigen Trockenstress erst verspätet an, können dann aber plötzlich absterben.

Die neue Methode könnte den Forschenden künftig helfen, Wälder grossflächig zu überwachen und herauszufinden, welche Baumarten am besten mit dem Klimawandel zurechtkommen. Inzwischen untersucht D’Odorico auch nicht-heimische Bäume wie die Libanonzeder oder die Orientbuche. Damit sollen Arten bestimmt werden, die als Ersatz für einheimische Bäume in Regionen infrage kommen, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind.

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Kommentare

User #5122 (nicht angemeldet)

Experten über experten hier hats sogar zense und daumen frisier experten

User #1941 (nicht angemeldet)

Die WaldWIRTSCHAFT ist das Übel. Aber da wir alles Nutzwald haben, isteht nicht die Gesundheit des Waldes im Mittelpunkt, Ondern der wirtschaftliche Ertrag. Wenn es den Waldnutzniessern um die Gesundheit des Waldes ginge, würden sie nicht so ein Unsinn wie "Verjüngung" und ganze Flächen roden. Denn die ältesten Bäume sind die wichtigsten. Aber ausgerechnet diese werden herausgesucht und gerodet.

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