Einige Fischarten im Zürcher Zoo sind «gender-fluid». Sie wandeln im Laufe ihres Lebens ihr Geschlecht, um sich Vorteile zu erschaffen.
Flammen-Fahnenbarsche sind flexibel, was ihr Geschlecht betrifft. Auch andere Fischarten wandeln sich um, weil es ihnen Fortpflanzungsvorteile bringt.
Flammen-Fahnenbarsche sind flexibel, was ihr Geschlecht betrifft. Auch andere Fischarten wandeln sich um, weil es ihnen Fortpflanzungsvorteile bringt. - sda - Zoo Zürich
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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei vielen Fischarten wird das Geschlecht nicht durch die Gene bestimmt und ist flexibler.
  • So zum Beispiel auch einige Arten, die sich im Zoo Zürich befinden.
  • Um etwa Vorteile in der Fortpflanzung zu haben, wandeln Clownfische ihr Geschlecht.

Während bei Säugetieren das Geschlecht durch die Gene bestimmt ist, sind Fische flexibler. Einige von ihnen, die auch im Zoo Zürich zu sehen sind, können im Erwachsenenalter das Geschlecht wechseln. Dies bringt ihnen Vorteile bei der Fortpflanzung. Die Wissenschaft ging lange davon aus, dass das Geschlecht - einmal festgelegt - fix ist.

Dies trifft bei vielen Fischarten jedoch nicht zu. Beispiele von «gender-fluiden» Arten im Zoo Zürich sind etwa Falsche Clown-Anemonenfische, die vom Männchen zum Weibchen werden. Oder auch Flammen-Fahnenbarsche und Putzerfische, die sich von Weibchen zu Männchen wandeln.

Diese Umwandlung dauert nur wenige Tage oder Wochen. Dabei ändert der Fisch sein Verhalten, sein Aussehen und seine Anatomie. Auslöser dafür ist, dass sich das Tier einen Vorteil verschaffen möchte, wie der Zoo in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

Rollentausch passiert, um Vorteile zu erschaffen

In Fischgruppen wie den Fahnenbarschen dominieren grosse, dominante und aggressive Männchen. Bei dieser Art ist die Umwandlung vom Weibchen zum Männchen sinnvoll: Wenn alle Fahnenbarsche ihr Leben als Weibchen beginnen, können sie sich alle mit dem dominanten Männchen fortpflanzen. Stirbt das dominante Männchen, übernimmt das grösste Weibchen seine Rolle und wandelt sich in ein Männchen um.

Clownfisch
Clownfische leben in Symbiose mit Anemonen. - Keystone

Bei monogam lebenden Fischen wie dem Clownfisch ist die Situation umgekehrt. Hier ist es von Vorteil, wenn das Weibchen gross ist, weil es dann mehr Eier legen kann. Stirbt das Weibchen, übernimmt ihr Partner ihre Rolle. Das grösste verbleibende Männchen der Gruppe wird dann zum neuen Partner des neuen Weibchens.

Pragmatisch sind die Korallengrundeln, eine sehr sesshafte Fischart, die deswegen nur wenig potenzielle Partner hat. Hier können sich beide Geschlechter umwandeln. So ist immer garantiert, dass zwei beliebig aufeinander treffende Exemplare ein heterosexuelles Paar bilden und sich fortpflanzen können.

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