Grächen VS gilt als idealer Ort zur Erforschung von Naturgefahren

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Italien,

Das Mattertal ist ein ideales Untersuchungsgebiet für Naturgefahren im Gebirge. Am Donnerstag stellte der neue Lehrstuhl der Universität Genf in Grächen VS Medienvertretern seine künftigen Forschungsprojekte vor.

Professor Markus Stoffel leitet den Lehrstuhl für Naturgefahren im Gebirge, der in diesem Frühjahr von der Universität Genf eingerichtet wurde.
Professor Markus Stoffel leitet den Lehrstuhl für Naturgefahren im Gebirge, der in diesem Frühjahr von der Universität Genf eingerichtet wurde. - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Der Treffpunkt wurde nicht zufällig gewählt, sondern gerade wegen des Ritigrabens, einem Wildbach, der in rund 2600 Metern Höhe entspringt. Es handelt sich um einen «symbolträchtigen» Ort zur Erforschung von Murgängen, auf die sich der von Markus Stoffel geleitete Lehrstuhl konzentriert.

Hier seien seit 1570 mehr als 127 Ereignisse dokumentiert worden, erklärte der Professor der Universität Genf (Unige) beim Ortstermin. Im Laufe der Zeit habe sich das Bachbett um mehrere Meter vertieft.

Der Ritigraben gehört zu den Orten, die vom Team des Lehrstuhls untersucht werden. Die Forschungsarbeiten des Lehrstuhls werden sich auf den gesamten Alpenbogen erstrecken. In der Schweiz werden sie sich auf das Wallis und das Engadin konzentrieren.

Einfluss des Klimawandels

«Wir wollen besser verstehen, in welchem Ausmass und auf welche Weise der Klimawandel diese Prozesse beeinflussen wird», führte Stoffel aus. Es gehe auch darum, zu bewerten, wie sie sich auf die Raumplanung auswirken werden, und der Bevölkerung sowie den Behörden die Möglichkeit zu geben, sich darauf vorzubereiten.

Es gebe Tausende von Standorten in der Schweiz, an denen Murgänge entstünden, fuhr der Wissenschaftler fort, der das Walliser Gebiet seit fast 25 Jahren erforscht. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werden laut Stoffel Ereignisse eintreten, für die es in der von den Menschen überblickbaren Geschichte nichts Vergleichbares gibt.

Es sei wichtig, diese Ereignisse zu untersuchen, vorherzusagen und folglich auch in den Gefahrenkarten zu berücksichtigen, um nicht in Gebieten zu bauen, die in Zukunft gefährdet sein könnten, so Stoffel.

Bevölkerung schützen

Im Zusammenhang mit Grächen und dem Ritigraben steht der Wissenschaftler auch in engem Kontakt mit der Gemeinde, um seine Ergebnisse zu besprechen, «damit wirklich Massnahmen ergriffen werden können, die die Bevölkerung bestmöglich schützen».

So befindet sich beispielsweise ein System von Rückhaltewehren derzeit in der Planungsphase durch die Gemeindebehörden.

Auch andere Arten von Massnahmen kommen in Betracht. Dazu gehören beispielsweise Schutzwälder. Bei starker Trockenheit, wie sie in diesem Sommer herrschte, müsse in die Verjüngung des Schutzwaldes investiert werden, sagte Adrian Schertenleib, Leiter der Abteilung Gefahrenprävention des Bundesamtes für Umwelt (Bafu).

«Naturgefahren betreffen nicht nur Grächen, sondern die gesamte Schweiz in unterschiedlichem Ausmass», betonte Schertenleib. Das bedeute, dass es eine Strategie brauche, die für die gesamte Schweiz aussagekräftig sei. Und es gehe nicht nur darum, die Schäden zu übernehmen, wenn ein Schadensfall eintrete, sondern auch um die wichtige Rolle der Prävention.

Der im Frühjahr eingerichtete Lehrstuhl an der Unige wird vom Axa-Fonds für den menschlichen Fortschritt finanziert. Das Projekt wurde aus rund hundert anderen Vorschlägen ausgewählt, die von Universitäten aus aller Welt eingereicht wurden. Es verfügt über ein Budget von 2,5 Millionen Franken und ist auf fünf Jahre angelegt.

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